Rechts­ana­lysen

Glücks­spiel­recht: Zwei Beweis­stan­dards der deut­schen Aufsicht

Eine Unter­su­chung dazu, ob Deutsch­lands Glücks­spiel­auf­sicht bei Lizen­zie­rung, Lotto­land und ille­galen Ange­boten einheit­liche Beweis­maß­stäbe anlegt.

Bet3000 und die GGL: Wie viele Beweise waren genug?

Am 26. Juli 2024, kurz nach Mittag, ging bei der Gemein­samen Glücks­spiel­be­hörde der Länder eine E‑Mail ein, die später Teil des Verfah­rens um die deut­sche Lizenz von Bet3000 werden sollte. Sie stammte von Rechts­an­walt Dr. Damir Böhm und betraf Berichte über Akti­vi­täten in Wett­büros, die zuvor mit Bet3000 in Verbin­dung standen. Dr. Böhm machte den Status der Infor­ma­tionen ganz deut­lich. Er gab ledig­lich weiter, was ihm von Personen mit Verbin­dungen zu Wett­ver­mitt­lern berichtet worden war, beschrieb also nicht etwas, das er persön­lich beob­achtet hatte, und schlug der Aufsichts­be­hörde ausdrück­lich vor, die Angaben mit eigenen Mitteln zu über­prüfen.

NRW erlaubt gemein­same Live Casino Studios und löst Kritik aus

Nord­rhein-West­falen hat die Struktur seines regu­lierten Onli­ne­ca­si­no­marktes verän­dert. Lizen­zierte Betreiber dürfen nun gemeinsam genutzte Live­ca­si­no­stu­dios nutzen, die von spezia­li­sierten Dienst­leis­tern betrieben werden, während der Betreiber formal weiterhin die Verant­wor­tung für den Spie­ler­schutz, Iden­ti­täts­prü­fungen, Zahlungen und Kunden­daten trägt. Das ist keine tech­ni­sche Korrektur. Damit entsteht ein neuer wirt­schaft­li­cher Akteur inner­halb der Glücks­spiel-Liefer­kette, und die prak­ti­sche Kontrolle über einen Teil des Produkts liegt nicht mehr beim lizen­zierten Betreiber.

Poly­market wehrt sich gegen fran­zö­si­sches Verbot

Poly­market plant, gegen die Entschei­dung Frank­reichs vorzu­gehen, den Zugang zu seiner Platt­form zu sperren, nachdem die fran­zö­si­sche Glücks­spiel­auf­sichts­be­hörde Inter­net­dienst­an­bieter ange­wiesen hatte, den Zugang einzu­schränken. Der Rechts­streit verdeut­licht die zuneh­mende Debatte darüber, wie Progno­se­markt­platt­formen regu­liert werden sollten und ob sie als Finanz­han­dels­dienst­leister oder als Onlin­e­glücks­spiel­an­bieter behan­delt werden sollten.

Unklar­heit über das 5 Euro Limit für Online Slots in Deutsch­land

Deutsch­land hat den maximal zuläs­sigen Einsatz bei lizen­zierten Online-Spiel­au­to­maten von 1 € auf bis zu 5 € pro Dreh erhöht. Dies ist die bedeu­tendste Ände­rung am regu­lierten Angebot an virtu­ellen Spiel­au­to­maten seit der Eröff­nung des aktu­ellen Marktes im Juli 2021, doch vielen Spie­lern würde es schwer­fallen, anhand der wich­tigsten Verbrau­cher­infor­ma­tionen der Glücks­spiel­auf­sichts­be­hörde zu erkennen, dass sich über­haupt etwas geän­dert hat.

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