Schwe­dens Glücks­spiel Kana­li­sie­rung steigt, doch ille­galer Markt bleibt

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Der schwe­di­sche Pfer­de­renn­wet­ten­an­bieter AB Trav och Galopp hat darauf hinge­wiesen, dass bei den laufenden Bemü­hungen des Landes zur Eindäm­mung nicht lizen­zierter Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten schritt­weise Fort­schritte erzielt werden. In seiner jüngsten Markt­ana­lyse vermel­dete der Anbieter einen leichten Rück­gang ille­galer Wetten sowie schritt­weise Verbes­se­rungen bei der Kana­li­sie­rung – einer Schlüs­sel­kenn­zahl, mit der der Anteil der über lizen­zierte Platt­formen abge­wi­ckelten Glücks­spiele gemessen wird.

Während die Ergeb­nisse auf einen posi­tiven Trend hindeuten, unter­streicht der Bericht auch, dass struk­tu­relle Heraus­for­de­rungen bestehen bleiben. Das Fort­be­stehen nicht lizen­zierter Anbieter in Verbin­dung mit regu­la­to­ri­schen Lücken und tech­no­lo­gi­schen Über­schnei­dungen schränkt die Wirk­sam­keit des schwe­di­schen Glücks­spiel­rah­mens weiterhin ein.

Kana­li­sie­rung verbes­sert sich, bleibt aber hinter dem Ziel zurück

Nach Schät­zungen von ATG lag die Kana­li­sie­rungs­rate in Schweden im vierten Quartal 2025 zwischen 72 und 84 Prozent. Dies stellt eine leichte Verbes­se­rung gegen­über den 69 bis 82 Prozent dar, die im glei­chen Zeit­raum des Jahres 2024 verzeichnet wurden. Trotz dieser Aufwärts­be­we­gung bleiben die Zahlen unter dem seit langem bestehenden Ziel der schwe­di­schen Regie­rung, wonach ein deut­lich höherer Anteil der Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten inner­halb des lizen­zierten Systems statt­finden soll.

Die Kana­li­sie­rung gilt weithin als entschei­dender Maßstab für den Erfolg der Regu­lie­rung. Eine höhere Quote deutet darauf hin, dass Verbrau­cher bei Anbie­tern spielen, die natio­nale Gesetze, Verbrau­cher­schutz­stan­dards und Anfor­de­rungen an verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen einhalten. Umge­kehrt weisen nied­ri­gere Quoten auf eine Verla­ge­rung der Akti­vi­täten in unre­gu­lierte Bereiche hin, in denen die Aufsicht begrenzt ist.

Umfang des nicht lizen­zierten Marktes bleibt beträcht­lich

Trotz der gemel­deten Fort­schritte wies ATG darauf hin, dass der nicht lizen­zierte Glücks­spiel­sektor in Schweden weiterhin eine erheb­liche wirt­schaft­liche Kraft darstellt. Der Betreiber schätzt, dass die von nicht lizen­zierten Anbie­tern erzielten Netto­ein­nahmen zwischen 3,6 und 7,3 Milli­arden SEK liegen, was etwa 330 bis 660 Millionen Euro entspricht.

Diese große Spanne spie­gelt die inhä­rente Schwie­rig­keit wider, ille­gale oder Offshore-Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten zu messen, die oft außer­halb der Reich­weite inlän­di­scher Berichts­rahmen statt­finden. Dennoch deuten selbst konser­va­tive Schät­zungen darauf hin, dass ein beträcht­li­cher Anteil der Verbrau­cher­aus­gaben außer­halb des regu­lierten Ökosys­tems verbleibt.

ATG fordert stren­gere Regu­lie­rungs­maß­nahmen

In seinem Kommentar zu den Ergeb­nissen betonte Tobias Melin, Leiter der Analy­se­ab­tei­lung bei ATG, dass zwar Fort­schritte erkennbar seien, die derzei­tigen Maßnahmen jedoch nicht ausreichten, um die Ziele der Regie­rung zu errei­chen.

„Die Kana­li­sie­rung geht in die rich­tige Rich­tung, aber es ist noch ein langer Weg bis zum Errei­chen des staat­li­chen Ziels“, erklärte Melin. Er fügte hinzu: „Gleich­zeitig sehen wir, wie nicht lizen­zierte Websites dieselben Platt­formen und Zahlungs­lö­sungen nutzen und manchmal sogar trotz Entschei­dungen der Behörden weiter­be­stehen. Dies zeigt, dass die Vorschriften verschärft werden müssen, um die nicht lizen­zierten Betreiber wirk­lich auszu­schließen.“

Seine Äuße­rungen unter­strei­chen ein zentrales Problem inner­halb des schwe­di­schen Glücks­spiel­sek­tors. Die Über­schnei­dungen in der Infra­struktur zwischen lizen­zierten und nicht lizen­zierten Betrei­bern erschweren die Durch­set­zungs­be­mü­hungen und werfen Fragen zur Rolle von Dritt­an­bie­tern auf, die den Zugang zu ille­galen Platt­formen erleich­tern.

Gemein­same Infra­struktur verwischt die Grenzen

Eine der bemer­kens­wer­testen Erkennt­nisse des Berichts ist das Ausmaß, in dem nicht lizen­zierte Betreiber auf dieselbe tech­no­lo­gi­sche und finan­zi­elle Infra­struktur zurück­greifen wie ihre lizen­zierten Pendants. ATG stellte fest, dass 14 der 20 meist­be­suchten nicht lizen­zierten Glücks­spiel­web­sites Platt­form­an­bieter nutzten, die auch regu­lierte Betreiber bedienen.

Darüber hinaus boten acht dieser Websites direkte Trans­ak­ti­ons­mög­lich­keiten mit schwe­di­schen Banken an, wodurch Nutzer relativ problemlos Ein- und Auszah­lungen vornehmen konnten. Dieser Grad an Zugäng­lich­keit könnte zur anhal­tenden Attrak­ti­vität nicht lizen­zierter Platt­formen beitragen, insbe­son­dere bei Verbrau­chern, die weniger Einschrän­kungen oder ein anderes Produkt­an­gebot suchen.

Der Bericht stellte ferner fest, dass fünf der iden­ti­fi­zierten Websites auf der von der Spelin­spek­tionen, der schwe­di­schen natio­nalen Glücks­spiel­auf­sichts­be­hörde, geführten schwarzen Liste standen. Trotz dieser Einstu­fung deutet die anhal­tende Verfüg­bar­keit dieser Platt­formen darauf hin, dass die Durch­set­zungs­me­cha­nismen mögli­cher­weise weiter gestärkt werden müssen.

Unter­schied­liche Trends bei der Kana­li­sie­rung in den verschie­denen Segmenten

Die von der schwe­di­schen Regie­rung im Jahr 2025 veröf­fent­lichten Daten zeichnen ein gemischtes Bild der Kana­li­sie­rung in den verschie­denen Segmenten des Glücks­spiel­marktes. Sport­wetten scheinen sich relativ gut zu entwi­ckeln, mit geschätzten Kana­li­sie­rungs­raten zwischen 92 und 96 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der über­wie­gende Teil der Sport­wet­ten­ak­ti­vi­täten im regu­lierten Sektor statt­findet.

Das Onli­ne­ca­sino-Segment weist jedoch eine gerin­gere Compli­ance auf, mit Kana­li­sie­rungs­raten zwischen 72 und 82 Prozent. Diese Diskre­panz deutet darauf hin, dass Onli­ne­ca­si­no­pro­dukte mögli­cher­weise anfäl­liger für den Wett­be­werb durch nicht lizen­zierte Anbieter sind, was mögli­cher­weise auf Unter­schiede in der Spiel­viel­falt, den Bonus­struk­turen oder regu­la­to­ri­schen Auflagen zurück­zu­führen ist.

Der schwe­di­sche Onlin­egaming-Verband hat argu­men­tiert, dass stren­gere Vorschriften inner­halb des lizen­zierten Marktes Verbrau­cher unbe­ab­sich­tigt zu Offshore-Alter­na­tiven treiben könnten. Nach Ansicht des Verbandes könnten Beschrän­kungen bei Boni und Marke­ting die Wett­be­werbs­fä­hig­keit lizen­zierter Anbieter mindern und Spieler dadurch dazu veran­lassen, nach Alter­na­tiven mit weniger Einschrän­kungen zu suchen.

Geset­zes­re­form zielt darauf ab, Lücken bei der Durch­set­zung zu schließen

Als Reak­tion auf anhal­tende Bedenken bereitet Schweden die Einfüh­rung neuer Glücks­spiel­ge­setze vor, die die behörd­liche Aufsicht stärken sollen. Ein zentraler Bestand­teil dieser Reform ist die Abschaf­fung des soge­nannten „Direk­to­ri­al­kri­te­riums“.

Nach dem bestehenden Rechts­rahmen mussten die Behörden nach­weisen, dass ein Onlin­e­glücks­spiel­an­bieter gezielt schwe­di­sche Verbrau­cher ange­spro­chen hat, um dessen Akti­vi­täten als illegal einzu­stufen. Diese Anfor­de­rung wurde viel­fach kriti­siert, da sie die Möglich­keiten der Regu­lie­rungs­be­hörden einschränkt, gegen Offshore-Anbieter vorzu­gehen, die zwar tech­nisch inner­halb Schwe­dens zugäng­lich sind, aber nicht explizit an die dortigen Einwohner vermarktet werden.

Die vorge­schla­genen Ände­rungen würden es der Spelin­spek­tionen ermög­li­chen, gegen jeden Glücks­spiel­dienst vorzu­gehen, der für schwe­di­sche Nutzer zugäng­lich ist, unab­hängig von der Ziel­gruppe. Diese Umstel­lung dürfte die Durch­set­zungs­mög­lich­keiten erheb­lich verbes­sern und den Hand­lungs­spiel­raum für nicht lizen­zierte Anbieter einschränken.

Bran­chen­aus­blick und regu­la­to­ri­sches Gleich­ge­wicht

Die sich wandelnde Regu­lie­rungs­land­schaft in Schweden spie­gelt eine allge­meine Heraus­for­de­rung wider, mit der viele Rechts­ord­nungen konfron­tiert sind. Die poli­ti­schen Entschei­dungs­träger müssen ein Gleich­ge­wicht finden zwischen der Aufrecht­erhal­tung strenger Verbrau­cher­schutz­maß­nahmen und der Gewähr­leis­tung, dass der lizen­zierte Markt für Nutzer attraktiv bleibt.

Werden Vorschriften als zu restriktiv empfunden, besteht die Gefahr, dass Verbrau­cher zu nicht lizen­zierten Platt­formen abwan­dern, die außer­halb des Geltungs­be­reichs natio­naler Gesetze operieren. Umge­kehrt kann eine unzu­rei­chende Regu­lie­rung Verbrau­cher Gefahren aussetzen und die Inte­grität des Marktes unter­graben.

Die Ergeb­nisse von ATG deuten darauf hin, dass Schweden zwar mess­bare Fort­schritte erzielt, das Errei­chen des ange­strebten Kana­li­sie­rungs­ni­veaus jedoch koor­di­nierte Anstren­gungen von Regu­lie­rungs­be­hörden, Betrei­bern und Dienst­leis­tern erfor­dern wird.

Fazit

Die jüngste Analyse von AB Trav och Galopp vermit­telt einen vorsichtig opti­mis­ti­schen Ausblick auf den schwe­di­schen Glücks­spiel­markt. Schritt­weise Verbes­se­rungen bei der Kana­li­sie­rung deuten darauf hin, dass die Regu­lie­rungs­maß­nahmen Wirkung zeigen, doch die anhal­tende Stärke des nicht lizen­zierten Sektors unter­streicht die Komple­xität des Themas.

Die gemein­same Nutzung von Infra­struktur durch lizen­zierte und nicht lizen­zierte Betreiber in Verbin­dung mit Lücken bei der Durch­set­zung macht deut­lich, dass ein umfas­sen­derer Regu­lie­rungs­an­satz erfor­der­lich ist. Geplante Geset­zes­re­formen, insbe­son­dere die Abschaf­fung des Direk­to­ren­kri­te­riums, könnten den Behörden die notwen­digen Instru­mente an die Hand geben, um diese Heraus­for­de­rungen wirk­samer anzu­gehen.

Mit Blick auf die Zukunft wird der Erfolg der schwe­di­schen Stra­tegie von ihrer Fähig­keit abhängen, sich an ein sich rasch wandelndes digi­tales Umfeld anzu­passen und gleich­zeitig einen fairen und wett­be­werbs­ori­en­tierten Markt aufrecht­zu­er­halten. Ein ausge­wo­genes Regel­werk, das die Verbrau­cher schützt, ohne die Teil­nahme am lizen­zierten Sektor zu beein­träch­tigen, wird entschei­dend sein, um den Einfluss des nicht lizen­zierten Glücks­spiels zu verrin­gern und lang­fris­tige Stabi­lität zu errei­chen.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter „Chan­ne­li­sa­tion“ in der Glücks­spiel­branche?
Unter „Chan­ne­li­sa­tion“ versteht man den Anteil der Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten, die über lizen­zierte und regu­lierte Anbieter inner­halb einer Rechts­ord­nung statt­finden.

Warum ist „Chan­ne­li­sa­tion“ in Schweden wichtig?
Sie trägt dazu bei, Verbrau­cher­schutz, behörd­liche Aufsicht und Steu­er­erhe­bung zu gewähr­leisten, indem Nutzer auf lizen­zierte Platt­formen gelenkt werden.

Was berich­tete ATG über die Kana­li­sie­rungs­rate in Schweden?
ATG schätzte, dass die Rate im vierten Quartal 2025 zwischen 72 und 84 Prozent lag, was eine leichte Verbes­se­rung gegen­über 2024 darstellt.

Wie groß ist der nicht lizen­zierte Glücks­spiel­markt in Schweden?
ATG schätzt, dass nicht lizen­zierte Anbieter einen Netto­um­satz zwischen 3,6 und 7,3 Milli­arden SEK erzielen.

Wer regu­liert das Glücks­spiel in Schweden?
Die natio­nale Regu­lie­rungs­be­hörde ist die Spelin­spek­tionen.

Welches Problem hat ATG bei nicht lizen­zierten Anbie­tern fest­ge­stellt?
Viele nicht lizen­zierte Websites nutzen dieselben Platt­formen und Zahlungs­lö­sungen wie lizen­zierte Anbieter, was die Durch­set­zung erschwert.

Warum ist die Kana­li­sie­rungs­rate bei Onli­ne­ca­sinos nied­riger als bei Sport­wetten?
Onli­ne­ca­si­no­pro­dukte könnten aufgrund von Unter­schieden bei Boni und regu­la­to­ri­schen Beschrän­kungen einer stär­keren Konkur­renz durch nicht lizen­zierte Websites ausge­setzt sein.

Was ist das „Direc­to­rial Criterion“ im schwe­di­schen Recht?
Es handelt sich um eine Vorschrift, nach der die Behörden vor dem Ergreifen von Maßnahmen nach­weisen mussten, dass ein Glücks­spiel­dienst speziell auf schwe­di­sche Nutzer ausge­richtet war.

Wie wird die neue Gesetz­ge­bung die Durch­set­zung verän­dern?
Die neuen Vorschriften ermög­li­chen es den Regu­lie­rungs­be­hörden, gegen jeden in Schweden zugäng­li­chen Glücks­spiel­dienst vorzu­gehen, unab­hängig davon, ob dieser auf schwe­di­sche Nutzer ausge­richtet ist.

Was ist die größte Heraus­for­de­rung für den schwe­di­schen Glücks­spiel­markt?
Die Balance zwischen strenger Regu­lie­rung und Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Marktes zu finden und gleich­zeitig den Einfluss nicht lizen­zierter Anbieter zu verrin­gern.

Ash
Ash
I like to keep it short. I am a writer who also knows how to rhyme his lines. I can write articles, edit them and also carve out some poetic lines from my mind. Education B.A. - English, Delhi University, India, Graduated 2017.

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