Stei­gendes Glücks­spiel­ri­siko unter briti­schen Studenten

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Jüngste Unter­su­chungen haben die wach­sende Besorgnis über das Glücks­spiel­ver­halten von Studenten an briti­schen Univer­si­täten aufge­zeigt. Laut der vierten jähr­li­chen Umfrage zum Glücks­spiel unter Studenten, die von GAMSTOP und Ygam in Auftrag gegeben wurde, fällt mehr als jeder sechste Student, der spielt, in die Kate­gorie „proble­ma­ti­sches Glücks­spiel“ — eine Zahl, die viermal höher ist als in der Allge­mein­be­völ­ke­rung. Dieser alar­mie­rende Trend veran­lasst Experten dazu, eine stär­kere Sensi­bi­li­sie­rung und gezielte Unter­stüt­zung für gefähr­dete Studenten zu fordern.

Haupt­er­geb­nisse der Umfrage zum Glücks­spiel unter Studenten

Die von Census­wide durch­ge­führte Umfrage zum Glücks­spiel­ver­halten von Studenten, an der 2.000 Studenten von Univer­si­täten in 17 briti­schen Städten teil­nahmen, bietet einen umfas­senden Über­blick über das Glücks­spiel­ver­halten von Studenten. Die Ergeb­nisse geben Aufschluss über das Ausmaß des Problems und die Faktoren, die zu glücks­spiel­be­dingten Schäden unter Studenten beitragen.

Die Umfrage ergab, dass 17 % der Studenten als hoch­gradig spiel­ge­fährdet einge­stuft wurden, während 29 % ein mäßiges Risiko aufwiesen. Dies geht aus dem Problem Gambling Seve­rity Index (PGSI) hervor, einem drei­stu­figen Instru­ment zur Bewer­tung des Schwe­re­grads von Spiel­pro­blemen. Diese Zahlen unter­strei­chen die Dring­lich­keit, sich mit glücks­spiel­be­zo­genen Problemen in der studen­ti­schen Bevöl­ke­rung ausein­an­der­zu­setzen.

Männ­liche Studenten: Eine Gruppe mit höherem Risiko

Es wurde fest­ge­stellt, dass männ­liche Studenten mit größerer Wahr­schein­lich­keit in die Kate­gorie der proble­ma­ti­schen Glücks­spieler fallen als weib­liche Studenten. Im Durch­schnitt geben männ­liche Studenten, die Glücks­spiele spielen, fast 1,7 Mal mehr für Glücks­spiele aus als ihre weib­li­chen Kommi­li­tonen. Laut der National Student Money Survey (2024) geben männ­liche Studenten im Durch­schnitt 33,54 £ pro Woche für Glücks­spiele aus, was fast so viel ist wie ihre wöchent­liche Lebens­mit­tel­rech­nung von 36 £.

Darüber hinaus gibt fast jeder zehnte männ­liche Student zwischen 51 und 100 Pfund pro Woche für Glücks­spiele aus, was deut­lich höher ist als die durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Ausgaben für Lebens­mittel. Diese Zahlen unter­strei­chen die finan­zi­elle Belas­tung, die das Glücks­spiel für Studenten darstellen kann und die ihr allge­meines Wohl­be­finden und ihre Univer­si­täts­er­fah­rung beein­träch­tigen kann.

Online­s­port­wetten: Die belieb­teste Form des Glücks­spiels

Online­s­port­wetten sind die belieb­teste Form des Glücks­spiels unter den männ­li­chen Studenten: 25 % von ihnen nehmen an dieser Akti­vität teil. Im Durch­schnitt nehmen männ­liche Studenten an 91 Tagen im Jahr an Online­s­port­wetten teil, das ist unge­fähr jeder zweite Arbeitstag in einem typi­schen Univer­si­täts­se­mester. Diese häufige Teil­nahme an Glücks­spielen gibt Anlass zur Sorge über die lang­fris­tigen Auswir­kungen auf die psychi­sche Gesund­heit, die akade­mi­schen Leis­tungen und die allge­meine Lebens­qua­lität.

Moti­va­tion für das Glücks­spiel: Das Streben nach Geld

Eines der beun­ru­hi­gendsten Ergeb­nisse der Umfrage ist, dass 45 % der Studenten und 50 % der männ­li­chen Studenten in der Hoff­nung spielen, Geld zu verdienen. Die Realität sieht jedoch oft ganz anders aus. Zwar geben 20 % der Studie­renden an, mit Glücks­spielen Geld zu verdienen, doch ein weitaus höherer Anteil, nämlich 40 %, berichtet, dass sich das Glücks­spiel negativ auf ihre Studi­en­erfah­rung ausge­wirkt hat. Einer von zehn Studenten gibt sogar an, dass sie aufgrund ihrer Spiel­ge­wohn­heiten Schwie­rig­keiten hatten, sich Lebens­mittel zu leisten, was die erheb­liche finan­zi­elle Belas­tung verdeut­licht, die das Glücks­spiel für Studenten darstellen kann.

Die Rolle von Grup­pen­zwang und sozialen Medien

Grup­pen­druck und soziale Medien spielen eine wich­tige Rolle bei der Beein­flus­sung des Glücks­spiel­ver­hal­tens von Studenten. Fast jeder dritte Student, der spielt, gibt an, dass er von seinen Freunden beein­flusst wird, während jeder vierte die sozialen Medien als einen wich­tigen Faktor nennt. Auch die Univer­si­täts­ver­eine haben einen Einfluss: Fast jeder zehnte Student gibt an, dass sie sein Glücks­spiel­ver­halten beein­flussen. Ein weiterer wich­tiger Einfluss­faktor ist die Werbung: 13 % der Studie­renden geben an, dass sie dadurch zum Glücks­spiel ange­regt werden.

Bekannt­heit von Hilfs­diensten

Trotz der Risiken, die mit dem Glücks­spiel für Studenten verbunden sind, geben mehr als die Hälfte der Studenten (53%) an, dass sie über die Unter­stüt­zungs­dienste ihrer Univer­sität bei Problemen im Zusam­men­hang mit dem Glücks­spiel infor­miert sind. Darüber hinaus sagen 59 % der spiel­süch­tigen Studenten, dass sie sich sicher fühlen würden, wenn sie diese Unter­stüt­zungs­dienste in Anspruch nehmen müssten. Dies zeigt, dass das Bewusst­sein und die Bereit­schaft, Hilfe in Anspruch zu nehmen, vorhanden sind, aber es muss noch mehr getan werden, um sicher­zu­stellen, dass alle Studie­renden die ihnen zur Verfü­gung stehende Unter­stüt­zung kennen.

Andere wich­tige Ergeb­nisse der Umfrage

Zusätz­lich zu den besorg­nis­er­re­genden Glücks­spiel­sta­tis­tiken brachte die Umfrage weitere wich­tige Ergeb­nisse in Bezug auf das Finanz­ver­halten und die Einstel­lung der Studenten zum Glücks­spiel zutage:

Inves­ti­tionen in Kryp­to­wäh­rungen: 21 % der Studenten haben im vergan­genen Jahr in Kryp­to­wäh­rungen inves­tiert, wobei die Wahr­schein­lich­keit bei Männern mehr als doppelt so hoch ist wie bei Frauen. Dies spie­gelt den wach­senden Trend zu digi­talen Inves­ti­tionen unter den jüngeren Gene­ra­tionen wider.

Video­spiel-Glücks­spiele: 66 % der Schüler, die Video­spiele spielen, haben in der Vergan­gen­heit einen Zufalls­kauf getä­tigt, wobei die Hälfte von ihnen zustimmt, dass diese Käufe eine Form des Glücks­spiels sind. Dies unter­streicht die Notwen­dig­keit einer stär­keren Aufklä­rung über die mit glücks­spiel­ähn­li­chen Funk­tionen in Video­spielen verbun­denen Risiken.

Kultu­relle Unter­schiede: Die Umfrage ergab, dass 23 % der asia­ti­schen Studenten ein „proble­ma­ti­sches Glücks­spiel“ haben, wobei die Raten des Glücks­spiels mit geringem und mitt­lerem Risiko (20 % bzw. 36 %) in dieser Gruppe höher sind. Dies unter­streicht, wie wichtig es ist, kultu­relle Unter­schiede bei der Gestal­tung von Präven­tions- und Unter­stüt­zungs­pro­grammen für Glücks­spieler zu berück­sich­tigen.

Schlüssel­emp­feh­lungen für den Umgang mit schäd­li­chem Glücks­spiel

Der Bericht enthält mehrere Schlüssel­emp­feh­lungen, um das wach­sende Problem der Glücks­spiel­schäden unter Schü­lern anzu­gehen:

Gezielte Präven­ti­ons­er­zie­hung: Es besteht ein Bedarf an maßge­schnei­derten Präven­ti­ons­pro­grammen, die kultu­relle Unter­schiede berück­sich­tigen, insbe­son­dere um die Bedürf­nisse von Schü­lern mit schwarzem, asia­ti­schem und ethni­schem Minder­hei­ten­hin­ter­grund (BAME) zu erfüllen.

Einbin­dung der Präven­tion von Glücks­spiel­schäden in die Stra­te­gien der Univer­si­täten: Die Hoch­schulen sollten die Präven­tion von Glücks­spiel­schäden und die entspre­chende Unter­stüt­zung zu einem zentralen Bestand­teil ihrer Stra­te­gien zur Verbes­se­rung der Gesund­heit und des Wohl­be­fin­dens der Studie­renden machen. Dazu gehören die Weiter­bil­dung des Perso­nals und die Verbes­se­rung der Kommu­ni­ka­tion über die Verfüg­bar­keit von Hilfs­diensten.

Aufklä­rung über In-Game-Käufe: Es muss mehr Aufklä­rungs­ar­beit über die Risiken geleistet werden, die mit In-Game-Käufen in Video­spielen verbunden sind, und darüber, dass diese Käufe regu­lierten Glücks­spiel­pro­dukten ähneln können.

Weitere Forschung: Die Diskre­panz zwischen den Spiel­mo­tiven der Schüler und den Beträgen, die sie tatsäch­lich pro Woche für Glücks­spiele ausgeben, muss weiter unter­sucht werden. Dies wird zu einem besseren Verständnis der Faktoren beitragen, die dem Glücks­spiel­ver­halten von Schü­lern zugrunde liegen.

Die Silence the Stigma-Kampagne

Als Reak­tion auf diese Ergeb­nisse hat Ygam in Zusam­men­ar­beit mit der National Union of Students (NUS) Charity die Kampagne Silence the Stigma“ gestartet. Ziel dieser Initia­tive ist es, Studenten zu ermu­tigen, auf Anzei­chen von Glücks­spiel­sucht bei Gleich­alt­rigen zu achten und Gespräche über das Thema zu führen. Die Kampagne wird am 6. März an der Queen Mary Univer­sity of London im Rahmen der National Student Money Week gestartet.

State­ments von Experten

Fiona Palmer, Chief Execu­tive Officer bei GAMSTOP, betonte die Bedeu­tung der Studie und stellte fest, dass das Glücks­spiel unter Studenten zwar leicht zurück­ge­gangen ist, das Risiko einer Schä­di­gung durch Glücks­spiel jedoch unver­hält­nis­mäßig hoch bleibt. Palmer betonte die Notwen­dig­keit einer gezielten Unter­stüt­zung und Aufklä­rung über die Folgen des Glücks­spiels.

Dr. Jane Rigbye, Chief Execu­tive Officer bei Ygam, schloss sich diesen Worten an und betonte, dass Studenten nach wie vor eine Gruppe sind, die in erheb­li­chem Umfang an Glücks­spielen teil­nimmt. Sie wies darauf hin, dass wirt­schaft­li­cher und sozialer Druck sowie die zuneh­mende Digi­ta­li­sie­rung des studen­ti­schen Lebens Schlüs­sel­fak­toren sind, die das Glücks­spiel­ver­halten beein­flussen. Rigbye betonte, wie wichtig eine konti­nu­ier­liche Aufklä­rung und Bera­tung ist, um die Wider­stands­fä­hig­keit gegen die poten­zi­ellen Schäden des Glücks­spiels zu stärken.

Schluss­fol­ge­rung

Die Ergeb­nisse der vierten Annual Student Gambling Survey zeichnen ein besorg­nis­er­re­gendes Bild des Glücks­spiel­ver­hal­tens von Studenten an briti­schen Univer­si­täten. Das Bewusst­sein für die Risiken nimmt zwar zu, doch besteht nach wie vor eine erheb­liche Diskre­panz zwischen dem Wissen der Studenten über die Gefahren und ihrem tatsäch­li­chen Spiel­ver­halten. Um dieses Problem anzu­gehen, müssen die Univer­si­täten eine proak­tive Rolle bei der Bereit­stel­lung von Bildung, Unter­stüt­zung und Ressourcen über­nehmen, um den Studenten zu helfen, infor­mierte Entschei­dungen über Glücks­spiele zu treffen.

FAQs

Wie viele Studenten im Verei­nigten König­reich sind von proble­ma­ti­schem Glücks­spiel betroffen?
Mehr als einer von sechs spiel­süch­tigen Studenten wird als hoch­gradig spiel­sucht­ge­fährdet einge­stuft, das ist viermal so viel wie in der Allge­mein­be­völ­ke­rung.

Wie viel geben Studenten im Durch­schnitt für Glücks­spiele aus?
Männ­liche Studenten geben durch­schnitt­lich 33,54 £ pro Woche für Glücks­spiele aus, fast so viel wie für Lebens­mittel.

Welches ist die häufigste Form des Glücks­spiels unter Studenten?
Online­s­port­wetten sind die belieb­teste Form des Glücks­spiels unter Studenten. 25 % der männ­li­chen Studenten nehmen daran teil.

Wie viele Studie­rende spielen, um Geld zu verdienen?
45% der Schü­le­rInnen geben an, dass sie spielen, um Geld zu verdienen, wobei diese Zahl bei den männ­li­chen Schü­le­rInnen auf 50% steigt.

Werden die Schüler durch Grup­pen­zwang zum Glücks­spiel beein­flusst?
Ja, fast jeder dritte Schüler gibt an, dass er von seinen Freunden dazu beein­flusst wird, Glücks­spiele zu spielen.

Wie bekannt sind den Studie­renden die Hilfs­dienste für Glücks­spiel?
53 % der Studie­renden kennen die Unter­stüt­zungs­dienste, die an ihrer Univer­sität für spiel­be­zo­gene Probleme zur Verfü­gung stehen.

Wie viele Studenten haben in Kryp­to­wäh­rungen inves­tiert?
21 % der Studenten haben in den letzten 12 Monaten in Kryp­to­wäh­rungen inves­tiert.

Welcher Zusam­men­hang besteht zwischen Video­spielen und Glücks­spiel unter Studenten?
66 % der Studenten, die Video­spiele spielen, haben einen Zufalls­kauf getä­tigt, was viele Studenten als eine Form des Glücks­spiels ansehen.

Spielen kultu­relle Unter­schiede beim Glücks­spiel­ver­halten eine Rolle?
Ja, die Umfrage ergab, dass asia­ti­sche Schüler eher zu proble­ma­ti­schem Glücks­spiel neigen und höhere Raten von Glücks­spielen mit geringem und mitt­lerem Risiko aufweisen.

Welches sind die wich­tigsten Empfeh­lungen für den Umgang mit dem Glücks­spiel­ver­halten von Schü­lern?
Zu den Empfeh­lungen gehören gezielte Präven­ti­ons­schu­lungen, die Einbe­zie­hung der Präven­tion von Glücks­spiel­schäden in die Stra­te­gien der Univer­si­täten, die Aufklä­rung der Studenten über In-Game-Käufe und die Durch­füh­rung weiterer Unter­su­chungen.

Michael Schmitt
Michael Schmitthttps://michaelschmitt.co.uk
Michael Schmitt ist Gründer von TRIDER.UK und Herausgeber von Malta-Media.de. Er berichtet über iGaming, Glücksspielregulierung, Unternehmensstrukturen, Finanzdienstleistungen und Marktintegrität und verbindet investigativen Journalismus mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung im Unternehmensservice und internationalen Geschäft.

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