Euro­päi­sche Glücks­spiel CEOs fordern klügere Regu­lie­rung

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In einer beispiel­losen Demons­tra­tion der Einheit haben die Geschäfts­führer einiger der bekann­testen Glücks­spiel­an­bieter Europas gemeinsam eine „intel­li­gen­tere, ausge­wo­ge­nere“ Regu­lie­rung der Glücks­spiel­branche auf dem Konti­nent gefor­dert. Ihr Ziel sei es, nicht nur das legale Glücks­spiel­öko­system zu stärken, sondern auch den wach­senden Einfluss unre­gu­lierter Offshore-Anbieter einzu­dämmen, die weiterhin auf dem euro­päi­schen Markt florieren.

Dieser Appell wurde in einem gemein­samen Schreiben unter der Schirm­herr­schaft der Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion (EGBA) veröf­fent­licht, dem Bran­chen­ver­band, der die führenden Onlin­e­glücks­spiel­an­bieter des Konti­nents vertritt. Zu den Unter­zeich­nern gehören CEOs von namhaften Unter­nehmen wie bet365, Betsson Group, Entain, evoke, FDJ United, Flutter Enter­tain­ment, LeoVegas Group und Superbet.

Die Führungs­kräfte warnen davor, dass die Zukunft des regu­lierten Glücks­spiel­sek­tors in Europa auf dem Spiel steht, wenn nicht sofort koor­di­nierte Maßnahmen ergriffen werden, um die struk­tu­rellen Schwä­chen zu beheben, die es Schwarz­markt­an­bie­tern – von denen viele ihren Sitz außer­halb Europas und damit außer­halb des Geltungs­be­reichs des EU-Rechts haben – derzeit ermög­li­chen, sich eine bedeu­tende Markt­po­si­tion zu sichern.

Die wach­sende Bedro­hung durch unre­gu­liertes Glücks­spiel

Nach Ansicht der CEOs schafft die derzei­tige regu­la­to­ri­sche Frag­men­tie­rung in der Euro­päi­schen Union ein Umfeld, in dem ille­gale Anbieter florieren können, indem sie Lücken in der Durch­set­zung ausnutzen und Dienst­leis­tungen anbieten, die Verbrau­cher­schutz­me­cha­nismen umgehen. Diese Anbieter vermeiden in der Regel die Zahlung lokaler Steuern, unter­liegen keinen Werbe­be­schrän­kungen und halten sich oft nicht an Stan­dards für verant­wor­tungs­be­wusstes Glücks­spiel.

„Europa hat eine klare Wahl“, schreiben die CEOs. „Entweder lassen wir zu, dass regu­lierte Märkte weiter an unre­gu­lierte Anbieter verlieren, die den Verbrau­cher­schutz unter­graben und unserer Gesell­schaft nichts Posi­tives bieten, oder wir arbeiten zusammen, um die Spieler zu schützen und verant­wor­tungs­be­wusste Anbieter zu unter­stützen, die jedes Jahr Milli­arden in die Zukunft Europas inves­tieren.“

Das Problem des Schwarz­marktes ist beson­ders akut in Ländern, in denen die natio­nalen Vorschriften entweder zu restriktiv sind oder unein­heit­lich durch­ge­setzt werden, was einige Verbrau­cher dazu veran­lasst, nach laxeren Offshore-Alter­na­tiven zu suchen. Diese Abwan­de­rung gefährdet nicht nur die Sicher­heit der Verbrau­cher, sondern entzieht den natio­nalen Regie­rungen auch erheb­liche Steu­er­ein­nahmen.

Einsatz für evidenz­ba­sierte, verhal­tens­ori­en­tierte Regu­lie­rung

Die CEOs betonen die Bedeu­tung von Regu­lie­rungs­maß­nahmen, die „evidenz­ba­siert und verhal­tens­ori­en­tiert“ sind, und argu­men­tieren, dass Vorschriften so gestaltet sein sollten, dass sie das tatsäch­liche Verhalten und die Präfe­renzen der Spieler wider­spie­geln. Sie warnen vor will­kür­li­chen oder über­mäßig mora­lis­ti­schen Regu­lie­rungs­maß­nahmen, die Spieler unbe­ab­sich­tigt zu unre­gu­lierten Alter­na­tiven treiben.

Ihrer Ansicht nach muss eine nach­hal­tige Regu­lie­rung ein doppeltes Ziel errei­chen: Sie muss lizen­zierten Anbie­tern ermög­li­chen, wett­be­werbs­fä­hige und attrak­tive Produkte anzu­bieten, und gleich­zeitig sicher­stellen, dass die Verbrau­cher vor schäd­li­chen Glücks­spiel­prak­tiken geschützt sind. Dies kann ihrer Meinung nach nur durch eine konse­quente Straf­ver­fol­gung ille­galer Anbieter und eine erneute Beto­nung harmo­ni­sierter Stan­dards für die Lizen­zie­rung und Aufsicht erreicht werden.

Forde­rungen nach verstärkter Durch­set­zung und mehr Verant­wor­tung der Branche

Ein weiterer Kern­punkt des Schrei­bens ist die Forde­rung nach stren­geren Durch­set­zungs­me­cha­nismen gegen Nicht-EU-Anbieter, die weiterhin ohne ordnungs­ge­mäße Lizen­zie­rung Dienst­leis­tungen für euro­päi­sche Verbrau­cher anbieten. Die CEOs plädieren für eine verstärkte grenz­über­schrei­tende Zusam­men­ar­beit zwischen den Regu­lie­rungs­be­hörden und dafür, dass die Regie­rungen der Besei­ti­gung ille­galer Websites durch tech­no­lo­gi­sche und recht­liche Mittel Vorrang einräumen.

Gleich­zeitig erkennen sie die Verant­wor­tung der Glücks­spiel­branche selbst an. „Unsere Unter­nehmen haben gezeigt, dass kommer­zi­eller Erfolg und soziale Verant­wor­tung Hand in Hand gehen“, heißt es in dem Schreiben. „Wir werden weiterhin in Aufklä­rung, Schu­lungen, Forschung und inno­va­tive Tools inves­tieren, die den Spie­ler­schutz verbes­sern und die Bran­chen­stan­dards erhöhen.“

Dazu gehören Verpflich­tungen zur Unter­stüt­zung der Forschung zu den Schäden durch Glücks­spiele, zur Finan­zie­rung von Programmen für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen und zur Imple­men­tie­rung modernster Spie­ler­über­wa­chungs­sys­teme, mit denen riskantes Verhalten früh­zeitig erkannt werden kann.

Unter­zeichner spie­geln breite Markt­prä­senz wider

Das Gewicht des Schrei­bens wird durch die Bedeu­tung seiner Unter­zeichner verstärkt, die zusammen einen erheb­li­chen Anteil des lizen­zierten Onlin­e­glücks­spiel­marktes in Europa reprä­sen­tieren. Zu den Unter­zeich­nern gehören:

  • John Coates, Joint Group CEO, bet365
  • Jesper Svensson, CEO von Betsson Opera­tions
  • Stella David, CEO von Entain
  • Nils Andén, CEO von FDJ United
  • Peter Jackson, CEO von Flutter Enter­tain­ment
  • Mattias Wedar, CEO von LeoVegas
  • Per Wider­ström, CEO von evoke
  • Jimmy Maymann, CEO der Superbet Group

Diese Führungs­kräfte vertreten Unter­nehmen, die nicht nur unter strengen natio­nalen Lizenzen operieren, sondern auch massiv in Compli­ance-Infra­struktur, Mitar­bei­ter­schu­lungen und Initia­tiven zur sozialen Verant­wor­tung inves­tieren. Ihr gemein­samer Appell ist daher als Bemü­hung zu verstehen, die Legi­ti­mität und Zukunfts­fä­hig­keit des regu­lierten Sektors zu sichern.

Die Rolle und der Einfluss der EGBA

Die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion (EGBA) hat sich konse­quent für die Entwick­lung harmo­ni­sierter Vorschriften und stär­kerer Verbrau­cher­schutz­maß­nahmen im Bereich des Onlin­e­glücks­spiels einge­setzt. Die Orga­ni­sa­tion unter­stützt Initia­tiven, die die Verant­wort­lich­keit der Branche, verant­wor­tungs­volle Werbung und einheit­liche Stan­dards für die Sicher­heit der Spieler fördern.

Durch den konti­nu­ier­li­chen Dialog mit EU-Insti­tu­tionen und natio­nalen Regu­lie­rungs­be­hörden versucht die EGBA, poli­ti­sche Maßnahmen zu gestalten, die die Reali­täten der digi­talen Glücks­spiel­land­schaft wider­spie­geln. Dazu gehört die Förde­rung bewährter Verfahren in Berei­chen wie Geld­wä­sche­be­kämp­fung (AML), Alters­über­prü­fung und Daten­schutz.

Der aktu­elle Brief der CEOs der Mitglieds­un­ter­nehmen markiert eine Eska­la­tion dieser Lobby­ar­beit und signa­li­siert die Bereit­schaft der Bran­chen­führer, sich sowohl auf natio­naler als auch auf EU-Ebene direkter mit den poli­ti­schen Entschei­dungs­trä­gern ausein­an­der­zu­setzen.

Ausge­wo­gen­heit zwischen Markt­frei­heit und Verbrau­cher­schutz

Eine der anhal­tenden Span­nungen in der euro­päi­schen Glücks­spiel­de­batte ist die Frage, wie offene Markt­prin­zi­pien mit der Notwen­dig­keit des Schutzes schutz­be­dürf­tiger Verbrau­cher in Einklang gebracht werden können. Während einige EU-Mitglied­staaten libe­rale Lizen­zie­rungs­sys­teme einge­führt haben, haben andere strenge staat­liche Mono­pole aufer­legt oder die Betei­li­gung privater Betreiber stark einge­schränkt.

Die CEOs argu­men­tieren, dass eine extreme Regu­lie­rung nach hinten losgehen und die Verbrau­cher genau zu den Offshore-Anbie­tern treiben kann, die durch natio­nale Gesetze verhin­dert werden sollen. Im Gegen­satz dazu weisen gut regu­lierte Märkte mit wett­be­werbs­ori­en­tierten Lizen­zie­rungs­sys­temen tenden­ziell höhere „Kana­li­sie­rungs­raten” auf – also den Prozent­satz der Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten, die über legale Anbieter abge­wi­ckelt werden.

„Europa ist gut posi­tio­niert, um welt­weit eine Führungs­rolle im Bereich des nach­hal­tigen Glücks­spiels einzu­nehmen”, heißt es in dem Schreiben. „Aber nur, wenn die poli­ti­schen Entschei­dungs­träger einen koope­ra­tiven und prag­ma­ti­schen Ansatz verfolgen.”

Poli­ti­sche Impli­ka­tionen und nächste Schritte

Der Brief erscheint zu einer Zeit, in der das Glücks­spiel in mehreren EU-Ländern zuneh­mend in den Fokus der Politik rückt. Laufende Debatten unter anderem in Deutsch­land, den Nieder­landen und Spanien verdeut­li­chen, wie schwierig es ist, die Belange der öffent­li­chen Gesund­heit mit den wirt­schaft­li­chen und recht­li­chen Reali­täten in Einklang zu bringen.

Natio­nale Behörden stehen oft unter dem Druck von Inter­es­sen­gruppen, Fach­leuten aus dem Gesund­heits­wesen und poli­ti­schen Frak­tionen, stren­gere Kontrollen für Glücks­spiele zu erlassen, darunter Werbe­be­schrän­kungen, Einsatz­li­mits und Spon­so­ring­ver­bote. Solche Maßnahmen mögen zwar gut gemeint sein, bergen jedoch die Gefahr, dass sie zu einer Kluft zwischen der Regu­lie­rung und dem tatsäch­li­chen Verbrau­cher­ver­halten führen.

Der Brief der CEOs regt eine Neuge­stal­tung der Debatte an: Anstatt das Glücks­spiel ausschließ­lich unter dem Gesichts­punkt des Risikos zu betrachten, schlagen sie ein Modell vor, bei dem lizen­zierte Betreiber als Verbün­dete bei der Scha­dens­prä­ven­tion fungieren können. Dieses Modell basiert auf gegen­sei­tigem Vertrauen zwischen den Regu­lie­rungs­be­hörden und der Branche und hängt von trans­pa­renter Bericht­erstat­tung, offenem Daten­aus­tausch und der Aufsicht durch Dritte ab.

Fazit

Der Glücks­spiel­sektor in Europa steht an einem Schei­deweg. Ange­sichts der zuneh­menden Verla­ge­rung der Verbrau­cher­ge­wohn­heiten ins Internet und der Heraus­for­de­rung natio­naler Gesetze durch grenz­über­schrei­tende digi­tale Dienste sehen sich die Regu­lie­rungs­be­hörden mit einer komplexen und sich ständig verän­dernden Land­schaft konfron­tiert. Der koor­di­nierte Appell von acht führenden Glücks­spiel­ma­na­gern des Konti­nents unter­streicht die Dring­lich­keit der Lage.

Ob die EU-Insti­tu­tionen und die Regu­lie­rungs­be­hörden der Mitglied­staaten dem Ruf nach einer intel­li­gen­teren und ausge­wo­ge­neren Regu­lie­rung Folge leisten werden, bleibt abzu­warten. Die Botschaft der Bran­chen­führer ist jedoch eindeutig: Ein Nicht-Handeln könnte nicht nur legi­time Geschäfte gefährden, sondern auch die Inte­grität der Verbrau­cher­schutz­rahmen in ganz Europa.

FAQs

Was ist die EGBA?
Die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion (EGBA) ist ein in Brüssel ansäs­siger Bran­chen­ver­band, der Europas führende Onlin­e­glücks­spiel­an­bieter vertritt und sich für eine nach­hal­tige Glücks­spiel­po­litik einsetzt.

Warum fordern CEOs von Glücks­spiel­un­ter­nehmen eine Ände­rung der Regu­lie­rung?
Sie sind der Ansicht, dass das derzei­tige System Schwarz­markt­an­bie­tern Vorschub leistet und sowohl die Sicher­heit der Verbrau­cher als auch die lizen­zierten Anbieter, die sich an die Regeln halten, unter­gräbt.

Was versteht man unter „Kana­li­sie­rung” in der Glücks­spiel­re­gu­lie­rung?
Kana­li­sie­rung bezieht sich auf den Prozent­satz der Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten, die bei lizen­zierten und regu­lierten Anbie­tern statt­finden, im Gegen­satz zu nicht lizen­zierten oder ille­galen Anbie­tern.

Wer hat den Brief unter­zeichnet, in dem eine Reform der Regu­lie­rung gefor­dert wird?
Die CEOs von bet365, Betsson Group, Entain, evoke, FDJ United, Flutter Enter­tain­ment, LeoVegas und Superbet.

Warum gibt es Bedenken hinsicht­lich Offshore-Glücks­spiel­an­bie­tern?
Offshore-Anbieter unter­liegen oft nicht den euro­päi­schen Gesetzen, hinter­ziehen Steuern und setzen keine ange­mes­senen Verbrau­cher­schutz­maß­nahmen um, was sie zu einem Risiko für Märkte und Spieler macht.

Welche Art von Regu­lie­rung befür­worten die CEOs?
Sie fordern eine „evidenz­ba­sierte und verhal­tens­ori­en­tierte“ Regu­lie­rung, die Verbrau­cher schützt, ohne so streng zu sein, dass sie Nutzer auf den Schwarz­markt drängt.

Wie können Regu­lie­rungs­be­hörden ille­gales Glücks­spiel bekämpfen?
Durch eine bessere grenz­über­schrei­tende Zusam­men­ar­beit, stren­gere Durch­set­zungs­maß­nahmen und die vorran­gige Entfer­nung ille­galer Websites aus dem euro­päi­schen digi­talen Ökosystem.

Welche Rolle spielt die Glücks­spiel­branche bei der Scha­dens­prä­ven­tion?
Lizen­zierte Anbieter inves­tieren in Tools für verant­wor­tungs­be­wusstes Glücks­spiel, finan­zieren Sucht­for­schung und setzen Tech­no­lo­gien ein, um riskantes Verhalten zu über­wa­chen und zu mindern.

Gibt es in Europa einen poli­ti­schen Impuls für Reformen?
Mehrere EU-Länder über­prüfen derzeit ihre Glücks­spiel­ge­setze, aber die Ansätze vari­ieren stark, was Teil des Problems ist, das die CEOs angehen wollen.

Was steht auf dem Spiel, wenn keine Reformen umge­setzt werden?
Der weitere Aufstieg des Schwarz­marktes, die Aushöh­lung des Verbrau­cher­schutzes, der Verlust von Steu­er­ein­nahmen und die Schwä­chung des regu­lierten Glücks­spiel­sek­tors in Europa.

Paula Nancy
Paula Nancy
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