Die Crypto Gambling Foun­da­tion ist seit Jahren inaktiv!

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Ein verges­senes Siegel. Eine inak­tive Website. Und Kryp­to­ca­sinos, die immer noch mit einem Siegel prahlen, das offenbar niemand kontrol­liert.

Die Crypto Gambling Foun­da­tion (CGF) behaup­tete einst, die Fair­ness und Trans­pa­renz von Glücks­spiel­platt­formen im Block­chain-Bereich zu über­prüfen. Doch im Jahr 2025 ist ihre Website seit 2020 prak­tisch unver­än­dert geblieben. Es gibt keine aktu­ellen Beiträge, keine Angaben zu den Mitar­bei­tern und keine Hinweise auf eine fort­ge­setzte Tätig­keit. Trotzdem erscheint das Abzei­chen „Veri­fied Opera­tors” (Veri­fi­zierte Betreiber) immer noch auf mehreren bekannten Kryp­to­glücks­spiel­web­sites.

Dies wirft ernst­hafte Fragen darüber auf, ob die CGF jemals eine funk­tio­nie­rende Veri­fi­zie­rungs­stelle war oder ledig­lich eine bequeme Illu­sion für Betreiber, um sich als konform darzu­stellen.

Ein beson­ders aufschluss­rei­ches Detail betrifft Chris Butler, der sich seit Juli 2019 öffent­lich als Vorstands­mit­glied der Crypto Gambling Foun­da­tion (CGF) ausgibt. Beson­ders auffällig ist, dass er bereits seit Januar 2018, also ganze 18 Monate vor seinem Eintritt bei der CGF, als Chief Opera­ting Officer von BC Game tätig war. BC Game ist natür­lich einer der Betreiber, die auf der Liste der „veri­fi­zierten Betreiber” der CGF promi­nent vertreten sind. Diese Über­schnei­dung wirft sofort Bedenken hinsicht­lich eines Inter­es­sen­kon­flikts auf, insbe­son­dere da keine veröf­fent­lichte Gover­nance-Richt­linie oder ein Ausschluss­pro­to­koll vorliegt.

Noch verwir­render ist, dass Butler sich das CGF-Büro (zumin­dest auf dem Papier) mit Andy Watson teilt, einem ehema­ligen Haus­meister ohne bekannte regu­la­to­ri­sche oder tech­ni­sche Quali­fi­ka­tionen. Diese Verbin­dungen wecken kein Vertrauen in die Stan­dards, die Unab­hän­gig­keit oder die opera­tive Serio­sität der CGF.

Eine einge­fro­rene Home­page mit einer sehr aktiven Behaup­tung

Die Home­page der CGF präsen­tiert sich nach wie vor als Hüterin „nach­weis­lich fairer” Stan­dards. Sie enthält eine respek­tabel klin­gende Mission, eine Liste veri­fi­zierter Betreiber und Verweise auf Grund­sätze zum Spie­ler­schutz.

Es gibt jedoch deut­liche Anzei­chen dafür, dass das Projekt längst brach­liegt.

Der aktu­ellste Artikel stammt aus dem Jahr 2020. Die zuge­hö­rigen Face­book- und Twitter-Konten zeigen keine Lebens­zei­chen. Der Kontakt beschränkt sich auf eine einzige allge­meine E‑Mail-Adresse, ohne dass ein Team, Mitwir­kende oder Vorstands­mit­glieder genannt werden. Es gibt keine Preis­struktur, keine Prüfungs­un­ter­lagen und keine Hinweise auf eine tatsäch­liche Veri­fi­zie­rungs­me­thodik.

Das Fehlen eines Impres­sums oder einer Unter­neh­mens­iden­tität unter­gräbt die Glaub­wür­dig­keit zusätz­lich, insbe­son­dere für eine selbst­er­nannte „Stif­tung”, die mit der Bewer­tung der Compli­ance in einem risi­ko­rei­chen Sektor beauf­tragt ist.

Was bleibt, ist eine auf Word­Press basie­rende Website, die keine Trans­pa­renz darüber bietet, wer sie betreibt oder ob ihre Behaup­tungen recht­liche Bedeu­tung haben.

Die recht­liche Struktur fehlt voll­ständig

Trotz seines auto­ri­tären Tons scheint CGF nicht als juris­ti­sche Person zu exis­tieren. Es gibt keine öffent­liche Regis­trie­rung, keine über­prüf­baren Eigen­tums­ver­hält­nisse und keine Unter­neh­mens­adresse. Es gibt keine Daten­schutz­er­klä­rung, keine Allge­meinen Geschäfts­be­din­gungen und keine recht­li­chen Hinweise, obwohl angeb­lich sensible Glücks­spiel­in­fra­struk­turen verwaltet oder bewertet werden.

In der Fußzeile steht ledig­lich: „© 2025 Crypto Gambling Foun­da­tion. Alle Rechte vorbe­halten.“ Dies vermit­telt den Eindruck einer anhal­tenden Rele­vanz, ohne jedoch Details darüber zu liefern, wer oder was tatsäch­lich hinter der Website steht.

Für jeden Dritt­an­bieter, der behauptet, Veri­fi­zie­rungen oder Signale für Verbrau­cher­ver­trauen anzu­bieten, ist dies ein struk­tu­relles Versagen. Ohne recht­liche Rechen­schafts­pflicht hat die CGF keine durch­setz­bare Verant­wor­tung und keine Grund­lage, um die Aufsicht über die von ihr gelis­teten Betreiber zu bean­spru­chen.

Eine Liste „veri­fi­zierter Betreiber“ ohne sicht­bare Sorg­falts­pflicht

Die CGF listet immer noch mehr als ein Dutzend Kryp­to­glücks­spiel­an­bieter als „veri­fi­ziert“ auf. Dazu gehören:

Stake, Prime­dice, BC Game, Duck­Dice, Bust­abit, BitKong, Cryp­to­Games, Rocket, Bitvest, Cyber­dice, Lucky Dice, Simple­dice und OneHash.

Es gibt kein Datum, wann die einzelnen Websites über­prüft wurden. Es gibt keine Links zu Prüfungs­un­ter­lagen. Es gibt keinen Hinweis darauf, wann diese Betreiber kontak­tiert oder neu bewertet wurden, falls dies über­haupt geschehen ist. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass einer von ihnen entfernt oder wegen Problemen gemeldet wurde, selbst wenn öffent­liche Strei­tig­keiten oder Kontro­versen aufge­treten sind.

Bemer­kens­wert ist, dass mehrere dieser Websites in Grau­markt-Umge­bungen betrieben wurden oder aggres­sive Werbe­prak­tiken ange­wandt haben. Einige wurden behörd­li­chen Über­prü­fungen oder Online-Beschwerden unter­zogen. Dennoch bleibt ihr Status auf der CGF-Website unver­än­dert, als wäre er in der Zeit einge­froren.

Diese stati­sche Liste ist keine Bestä­ti­gung der Inte­grität. Sie ist ein Warn­si­gnal dafür, dass die Über­prü­fung, falls sie jemals statt­ge­funden hat, nie Teil eines aktiven oder wieder­hol­baren Prozesses war.

Das Verspre­chen der nach­weis­baren Fair­ness wird durch keine Kontrollen unter­mauert

Die zentrale Behaup­tung der CGF lautet, dass sie „nach­weisbar faire” Spiel­al­go­rithmen über­prüft. Dieses Konzept basiert auf kryp­to­gra­fi­schen Tech­niken, mit denen Spieler über­prüfen können, dass das Ergebnis einer Wette nicht mani­pu­liert wurde. Es ist eine leis­tungs­starke Idee, aber nur, wenn sie korrekt umge­setzt und unab­hängig über­prüft wird.

CGF stellt keine tech­ni­schen Berichte, keine Vali­die­rungs­zer­ti­fi­kate und keine Updates zu neuen algo­rith­mi­schen Risiken zur Verfü­gung. Die einzige tech­ni­sche Ressource scheint ein grund­le­gendes White­paper zu sein, das wahr­schein­lich 2017 oder früher verfasst wurde. Es wurde nicht aktua­li­siert, um neuere Inno­va­tionen, Schwach­stellen oder Hybrid­sys­teme wider­zu­spie­geln.

Ohne klare Test­ver­fahren wirkt die Verwen­dung des Begriffs „nach­weis­lich fair“ durch die CGF eher wie Marke­ting­rhe­torik als wie eine durch­setz­bare Aufsicht.

Ungül­tige Badges in Live­ca­sinos: das Compli­ance-Risiko, das niemand anspricht

Die fort­ge­setzte Verwen­dung des CGF-Siegels auf aktiven Glücks­spiel­web­sites vermit­telt einen falschen Eindruck von der aktu­ellen Compli­ance. Spieler, die diese Websites besu­chen, könnten glauben, dass der Betreiber von einer unab­hän­gigen Stelle über­prüft wurde.

In Wahr­heit gibt es kein aktives CGF-Team, das die Verwen­dung geneh­migt oder wider­ruft. Es gibt keine Aufzeich­nungen über die Kommu­ni­ka­tion mit den Betrei­bern, keine Audit-Zeit­pläne und keine Verfahren zur Streit­bei­le­gung. Es gibt kein Beschwer­de­ver­fahren.

Dies schafft ein Vakuum, in dem ein veral­tetes Siegel als Live-Vertrau­ens­si­gnal behan­delt wird, obwohl es seit Jahren nicht mehr gepflegt oder durch­ge­setzt wird.

In einer regu­lierten Branche wäre dies nicht akzep­tabel. Im Bereich des Kryp­to­glücks­spiels bleibt dies jedoch unkon­trol­liert.

Keine Betei­li­gung, keine Aktua­li­sie­rungen, kein Grund zu der Annahme, dass es zurück­kehren wird

Im Gegen­satz zu aktiven Stif­tungen veröf­fent­licht die CGF keine Jahres­be­richte, unter­hält keinen Blog, gibt keine Commu­nity-Updates heraus und verfolgt keine Entwick­lungen in der Glücks­spiel- oder Web3-Land­schaft. Die Website enthält keine zukunfts­ge­rich­teten Aussagen oder Road­maps. Es gibt kein GitHub-Repo­si­tory, keine Forschungs­pipe­line und keine öffent­liche Betei­li­gung.

Selbst die wenigen Artikel, die vor ihrem Verschwinden veröf­fent­licht wurden, sind minimal. Ein Beitrag wirft einem zuvor veri­fi­zierten Betreiber mögliche Mani­pu­la­tionen vor. Es gibt jedoch keine Folge­maß­nahmen, keine Rück­nahme und keine Strei­chung des Mitglieds. Das Abzei­chen für diesen Betreiber bleibt weiterhin aktiv.

Dieses Schweigen spricht Bände. Die CGF-Website ist zwar noch online, aber die dahinter stehende Orga­ni­sa­tion hat keine Absicht gezeigt, ihre ursprüng­liche Funk­tion aufrecht­zu­er­halten.

Warum die Kryp­to­glücks­spiel­branche sich nicht darauf verlassen sollte

Das Kryp­to­glücks­spiel-Ökosystem tritt in eine Phase verstärkter Kontrolle ein. Regu­lie­rungs­be­hörden, Ermittler und Compli­ance-Beauf­tragte verlangen zuneh­mend Klar­heit darüber, wer die Systeme über­prüft, wie die Fair­ness getestet wird und welche Gerichts­bar­keiten zuständig sind.

Vor diesem Hinter­grund müssen Siegel von Dritt­an­bie­tern mehr als nur symbo­lisch sein. Sie müssen eine echte, konti­nu­ier­liche Über­wa­chung wider­spie­geln.

Die CGF bietet dies nicht. Ihr Siegel bleibt auf Websites ohne aktu­elle Bewer­tung, ihre Sprache bleibt statisch und ihre Prozesse sind nicht doku­men­tiert. Bis 2025 gibt es keine vernünf­tige Grund­lage, auf der die CGF behaupten kann, eine funk­tio­nie­rende Veri­fi­zie­rungs­stelle zu sein.

Abschlie­ßende Bewer­tung: Das Siegel blieb, während die Stif­tung verschwand

Die Crypto Gambling Foun­da­tion mag mit guten Absichten gestartet sein. Sie mag sogar in den Anfängen des dezen­tra­li­sierten Glücks­spiels, als das Vertrauen gering und die Über­prü­fung durch Dritte rar war, einen Nischen­zweck erfüllt haben.

Aber diese Ära ist vorbei. Heute fungiert die CGF nur noch als ruhende Website mit einem Vertrau­ens­si­gnal, das leicht miss­braucht werden kann. Sie hat kein Team, keine recht­liche Iden­tität, keine Kontakt­in­fra­struktur und seit 2020 keine über­prüf­baren Akti­vi­täten mehr.

Ihre fort­ge­setzte Präsenz auf Betreiber-Websites ist kein Beweis für Fair­ness. Sie ist ein warnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Selbst­zer­ti­fi­zie­rungs­sys­teme unre­gu­liert und unge­prüft bleiben.

Bis oder sofern die CGF nicht mit recht­li­cher Absi­che­rung, Gover­nance-Mecha­nismen und trans­pa­renten Stan­dards neu aufge­baut wird, sollte ihr Siegel als nichts weiter als ein Über­bleibsel der Vergan­gen­heit betrachtet werden.

FAQs

Was ist die Crypto Gambling Foun­da­tion (CGF)?
Die CGF war eine angeb­liche unab­hän­gige Orga­ni­sa­tion, die Fair­ness und Trans­pa­renz von Kryp­to­glücks­spiel­platt­formen prüfen sollte.

Ist die CGF 2025 noch aktiv?
Nein, die CGF-Website und Social-Media-Kanäle zeigen seit 2020 keine Akti­vi­täten mehr und gelten als inaktiv.

Was bedeutet das „Veri­fied Operators“-Siegel?
Es sollte anzeigen, dass ein Kryp­to­ca­sino den CGF-Fair­ness­stan­dards entspricht, spie­gelt aber heute keine tatsäch­liche Prüfung mehr wider.

Wer ist Chris Butler in Bezug auf die CGF?
Chris Butler wird seit 2019 als Vorstands­mit­glied der CGF geführt und war gleich­zeitig COO von BC Game, einem veri­fi­zierten Betreiber, was Inter­es­sen­kon­flikte aufwirft.

Hat die CGF eine recht­liche Grund­lage oder Unter­neh­mens­iden­tität?
Nein, die CGF exis­tiert offenbar nicht als einge­tra­gene juris­ti­sche Person und besitzt keine offi­zi­elle Regis­trie­rung oder Offen­le­gung.

Gibt es Prüf­be­richte oder Veri­fi­zie­rungs­ver­fahren der CGF?
Nein, seit mindes­tens 2020 wurden keine veri­fi­zier­baren Audits, tech­ni­schen Berichte oder doku­men­tierten Verfahren veröf­fent­licht.

Welche Betreiber werden von der CGF als veri­fi­ziert gelistet?
Dazu gehören Stake, Prime­dice, BC Game, Duck­Dice, Bust­abit, BitKong, Cryp­to­Games, Rocket, Bitvest, Cyber­dice, Lucky Dice, Simple­dice und OneHash.

Garan­tiert das CGF-Siegel Fair­ness oder Compli­ance?
Nein, das Siegel ist inaktiv und bietet keine Garantie, da kein Team die Betreiber aktiv über­wacht.

Warum gilt das CGF-Siegel für Spieler als riskant?
Spieler könnten glauben, dass eine Seite veri­fi­ziert ist, obwohl die Foun­da­tion inaktiv ist und keine Stan­dards durch­setzen kann.

Sollten Kryp­to­ca­sinos das CGF-Siegel weiterhin anzeigen?
Ohne recht­liche Basis, Gover­nance oder aktive Prüfung sollte das CGF-Siegel nur als histo­ri­sches Relikt betrachtet werden, nicht als aktu­elles Vertrau­ens­si­gnal.

Michael Schmitt
Michael Schmitthttps://michaelschmitt.co.uk
Michael Schmitt ist Gründer von TRIDER.UK und Herausgeber von Malta-Media.de. Er berichtet über iGaming, Glücksspielregulierung, Unternehmensstrukturen, Finanzdienstleistungen und Marktintegrität und verbindet investigativen Journalismus mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung im Unternehmensservice und internationalen Geschäft.

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