Briti­sche Pfer­de­renn­chefs warnen vor Risiken der Wett­steuer

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Die briti­sche Pfer­de­renn­branche hat eine seltene einheit­liche Haltung einge­nommen und die briti­sche Regie­rung aufge­for­dert, die vorge­schla­genen Ände­rungen des Wett­steu­er­sys­tems zu über­denken. Mehr als 360 promi­nente Persön­lich­keiten – darunter Trainer, Jockeys, Züchter, Renn­bahn­ma­nager und Stall­per­sonal – haben einen offenen Brief an den Finanz­mi­nister unter­zeichnet, in dem sie davor warnen, dass die Pläne des Finanz­mi­nis­te­riums, Wett- und Glücks­spiel­steuern zusam­men­zu­legen, schwer­wie­gende Folgen für eine der ältesten und wirt­schaft­lich bedeu­tendsten Sport­arten Groß­bri­tan­niens haben könnten.

Bedenken hinsicht­lich der vorge­schla­genen Fern­wett- und Glücks­spiel­steuer

Im Mittel­punkt der Kontro­verse steht die Über­le­gung des briti­schen Finanz­mi­nis­te­riums, eine einheit­liche Fern­wett- und Glücks­spiel­steuer (Remote Betting & Gaming Duty, RBGD) einzu­führen. Diese vorge­schla­gene Ände­rung würde den Steu­er­satz für Sport­wetten an den derzeit von Onli­ne­ca­si­no­be­trei­bern gezahlten Satz von 21 % anglei­chen. Ober­fläch­lich betrachtet mag dies als Schritt in Rich­tung Verein­fa­chung erscheinen, doch der Pfer­de­renn­sektor argu­men­tiert, dass dies schäd­liche Auswir­kungen auf das gesamte Ökosystem des Sports haben würde.

Die Renn­ver­bände machen geltend, dass eine solche Harmo­ni­sie­rung die zusätz­liche Abgabe von 10 % nicht berück­sich­tigt, die Buch­ma­cher bereits auf Wetten auf Pfer­de­rennen zahlen. Diese Abgabe ist eine wich­tige Finan­zie­rungs­quelle für Preis­gelder, Pfer­de­wohl­fahrt, Trai­ning und den Renn­be­trieb an der Basis. Eine Erhö­hung der Wett­steuer ohne Berück­sich­ti­gung dieser Abgabe würde ihrer Meinung nach zu einer Doppel­be­steue­rung der Buch­ma­cher führen und letzt­lich deren Inves­ti­ti­ons­mög­lich­keiten in den Sport einschränken.

In dem Schreiben wird davor gewarnt, dass diese Ände­rung „verhee­rende und irrever­sible” Folgen für die Branche haben könnte. Die vorge­schla­gene Steu­er­än­de­rung berge die Gefahr, das empfind­liche Gleich­ge­wicht der finan­zi­ellen Unter­stüt­zung zu unter­graben, das den Sport von den Spit­zen­renn­bahnen bis hin zu kleinen länd­li­chen Gestüten aufrecht­erhält.

Die wirt­schaft­liche Bedeu­tung des briti­schen Pfer­de­renn­sports

Der Pfer­de­renn­sport ist seit langem ein Eckpfeiler des briti­schen Sports und der länd­li­chen Kultur. Er ist nicht nur ein beliebtes Zuschau­e­revent, sondern auch ein wich­tiger Teil der natio­nalen Wirt­schaft. Laut den in dem Brief genannten Zahlen trägt die Branche jähr­lich schät­zungs­weise 4,1 Milli­arden Pfund zur briti­schen Wirt­schaft bei, sichert rund 85.000 Arbeits­plätze und gene­riert über 300 Millionen Pfund an Steu­er­ein­nahmen.

Diese Zahlen umfassen ein breites Spek­trum an Berufen – von Trai­nern und Züch­tern bis hin zu Hufschmieden, Trans­port­un­ter­nehmen, Tier­ärzten und Gast­ge­bern. Die Unter­zeichner betonen, dass jede Störung dieses wirt­schaft­li­chen Ökosys­tems lang­fris­tige Folgen haben könnte, insbe­son­dere für länd­liche Gemeinden, die stark von Arbeits­plätzen im Zusam­men­hang mit dem Pfer­de­renn­sport abhängig sind.

Viele Renn­bahnen befinden sich in klei­neren Städten und länd­li­chen Regionen, in denen es nur wenige alter­na­tive Wirt­schafts­zweige gibt. In dem offenen Brief wird betont, dass „der Renn­sport mehr als nur ein Sport ist – er ist ein wesent­li­cher Bestand­teil der Iden­tität und Wirt­schaft des länd­li­chen Groß­bri­tan­niens“.

Finan­zi­elle Auswir­kungen und Bran­chen­ana­lyse

Bran­chen­öko­nomen warnen davor, dass eine Anglei­chung der Wett­steuern an die Glücks­spiel­steu­er­sätze es den Betrei­bern erheb­lich erschweren könnte, das derzei­tige Niveau ihrer Marke­ting- und Spon­so­ring­in­ves­ti­tionen aufrecht­zu­er­halten. Gerin­gere Werbe­aus­gaben der Wett­an­bieter würden wiederum gerin­gere Einnahmen für die Renn­sport­ab­gabe bedeuten, aus der ein Groß­teil der Entwick­lungs- und Sozi­al­pro­gramme des Sports finan­ziert wird.

Die in dem Brief enthal­tene Analyse legt nahe, dass eine Harmo­ni­sie­rung auf 21 % zu einem jähr­li­chen Finanz­de­fizit von etwa 66 Millionen Pfund führen könnte. In einem extre­meren Szenario, in dem der effek­tive Steu­er­satz 40 % erreicht, könnte die Branche Verluste von über 160 Millionen Pfund pro Jahr und den Verlust von über 2.000 direkten Arbeits­plätzen hinnehmen müssen.

Diese Zahlen verdeut­li­chen nicht nur die unmit­tel­bare finan­zi­elle Belas­tung für Renn­bahnen und Betreiber, sondern auch den mögli­chen Zusam­men­bruch mehrerer klei­nerer Betriebe, die das Rück­grat des briti­schen Pfer­de­renn­sports bilden.

Eine Frage der Fair­ness und Verhält­nis­mä­ßig­keit

Befür­worter der Peti­tion argu­men­tieren, dass die Behand­lung von Wetten und Glücks­spielen unter einer einheit­li­chen Steu­er­ka­te­gorie die struk­tu­rellen und sozialen Unter­schiede zwischen den beiden Bran­chen außer Acht lässt. Pfer­de­wetten unter­liegen bereits einem zusätz­li­chen Abga­ben­system, das darauf abzielt, einen Teil der Einnahmen an den Sport zurück­fließen zu lassen. Onli­ne­ca­si­no­spiele tragen hingegen nicht in glei­cher Weise zur sport­li­chen Entwick­lung oder zu gemein­nüt­zigen Initia­tiven bei.

Vertreter der Branche bezeichnen die vorge­schla­gene Steu­er­ver­ein­heit­li­chung als „stumpfes Instru­ment”, das die nuan­cierten Bezie­hungen zwischen Pfer­de­rennen und Wett­an­bie­tern nicht berück­sich­tige. Sie behaupten, dass ein einheit­li­cher Ansatz das Gleich­ge­wicht gefährden könnte, das über Jahr­zehnte zwischen der Regie­rung, den Buch­ma­chern und den Akteuren des Pfer­de­renn­sports aufge­baut wurde.

Der poli­ti­sche und poli­ti­sche Kontext

Die Prüfung einer harmo­ni­sierten Fern­wett- und Glücks­spiel­steuer durch das Finanz­mi­nis­te­rium erfolgt im Rahmen umfas­sen­derer Bemü­hungen der briti­schen Regie­rung, die Besteue­rung von Glücks­spielen zu moder­ni­sieren und zu verein­fa­chen. Dieser Schritt folgt auf die Über­prü­fung des Glücks­spiel­ge­setzes im letzten Jahr, mit der die Regu­lie­rung an die Reali­täten des digi­talen Marktes ange­passt werden sollte. Beamte haben argu­men­tiert, dass eine Anglei­chung der Steu­er­sätze die Effi­zienz und Fair­ness in allen Glücks­spiel­be­rei­chen verbes­sern könnte.

Kritiker aus dem Pfer­de­renn­sport warnen jedoch davor, dass eine solche Reform nicht auf Kosten des natio­nalen Spor­t­erbes gehen darf. Sie sind der Meinung, dass Wetten auf Pfer­de­rennen in der Steu­er­po­litik weiterhin eine Sonder­stel­lung einnehmen sollten, da sie eine einzig­ar­tige Rolle bei der Förde­rung der Nach­hal­tig­keit des Sports und der Wirt­schaft in länd­li­chen Gebieten spielen.

Die British Horsera­cing Autho­rity (BHA) und andere wich­tige Inter­es­sen­gruppen haben sich konse­quent für einen geziel­teren Ansatz einge­setzt, der die lebens­wich­tige Finan­zie­rung der Branche sichert und gleich­zeitig die fiska­li­schen Ziele der Regie­rung erreicht.

Die wach­sende Kampagne und die Unter­stüt­zung der Öffent­lich­keit

Der offene Brief ist Teil einer breiter ange­legten Kampagne, die im Laufe der Jahre 2024 und 2025 an Dynamik gewonnen hat und in der sich Persön­lich­keiten der Branche unter dem Social-Media-Slogan #AxeTheRa­cin­gTax versam­melt haben. Diese Kampagne hat Trainer, Jockeys, Besitzer und Fans mobi­li­siert und die Regie­rung aufge­for­dert, vor der endgül­tigen Fest­le­gung von Steu­er­än­de­rungen direkte Konsul­ta­tionen mit der Renn­sport­ge­mein­schaft durch­zu­führen.

In den letzten Monaten gab es Protest­ak­tionen und koor­di­nierte Erklä­rungen von großen Renn­bahnen und Berufs­ver­bänden, die alle ihre tiefe Besorgnis über die mögli­chen wirt­schaft­li­chen Folgen zum Ausdruck brachten. Mehrere renom­mierte Trainer haben öffent­lich gewarnt, dass klei­nere Gestüte schließen könnten, wenn die Steu­er­ein­nahmen stark zurück­gehen, während Renn­ver­an­stalter befürchten, dass Kürzungen der Preis­gelder Inves­ti­tionen aus der briti­schen Renn­szene vertreiben würden.

Mögliche Folgen für Arbeits­plätze und den Lebens­un­ter­halt in länd­li­chen Gebieten

Wenn die vorge­schla­gene Steu­er­an­glei­chung ohne Anpas­sungen umge­setzt wird, könnte sie den Lebens­un­ter­halt Tausender Arbeit­nehmer gefährden, die direkt oder indi­rekt von der Renn­wirt­schaft abhängig sind. Stall­per­sonal, Züchter, land­wirt­schaft­liche Zulie­ferer und Beschäf­tigte im Gast­ge­werbe gehören zu denje­nigen, die wahr­schein­lich unmit­telbar von den Auswir­kungen betroffen sein werden.

In vielen länd­li­chen Bezirken ist der Pfer­de­renn­sport einer der wenigen Sektoren, die für stabile Beschäf­ti­gung und lokale Inves­ti­tionen sorgen. Der Verlust selbst eines kleinen Prozent­satzes dieser Arbeits­plätze könnte für Gemeinden, die bereits mit wirt­schaft­li­chem Druck und begrenzten Möglich­keiten zu kämpfen haben, verhee­rende Folgen haben. Bran­chen­ver­bände betonen, dass dies nicht nur eine finan­zi­elle Frage ist, sondern auch ein soziales und kultu­relles Problem darstellt.

Aufruf zum Dialog und zu evidenz­ba­sierten Reformen

Die Unter­zeichner des offenen Briefes lehnen Reformen nicht grund­sätz­lich ab. Statt­dessen fordern sie das Finanz­mi­nis­te­rium auf, einen konstruk­tiven Dialog mit den Renn­sport­ver­bänden zu führen, um sicher­zu­stellen, dass alle poli­ti­schen Ände­rungen verhält­nis­mäßig und evidenz­ba­siert sind und das einzig­ar­tige finan­zi­elle Ökosystem der Branche berück­sich­tigen.

Sie schlagen vor, dass die Regie­rung vor der Einfüh­rung eines neuen Steu­er­rah­mens eine umfas­sende Folgen­ab­schät­zung durch­führt, einschließ­lich Konsul­ta­tionen mit Wett­an­bie­tern, der BHA und regio­nalen Wirt­schafts­ver­tre­tern. Ein solcher Ansatz würde dem Finanz­mi­nis­te­rium ihrer Meinung nach helfen, ein Gleich­ge­wicht zwischen der Gene­rie­rung von Einnahmen und dem Erhalt einer Branche zu finden, die greif­bare wirt­schaft­liche und kultu­relle Vorteile bietet.

Ein entschei­dender Moment für die Zukunft des Sports

Die anhal­tende Debatte über die Besteue­rung von Wetten stellt einen entschei­denden Moment für die Zukunft des briti­schen Pfer­de­renn­sports dar. Während Moder­ni­sie­rung und Steu­er­ef­fi­zienz weiterhin legi­time Ziele der Regie­rung sind, sind sich die Akteure der Branche einig, dass die Reform die finan­zi­ellen Mecha­nismen, die den Sport stützen, nicht unter­graben darf.

Während der Finanz­mi­nister die nächste Haus­halts­er­klä­rung vorbe­reitet, ist die einheit­liche Botschaft der Branche klar: Ohne sorg­fäl­tige Über­le­gungen könnten die vorge­schla­genen Ände­rungen einem der bekann­testen und wirt­schaft­lich wert­vollsten Sport­sek­toren des Verei­nigten König­reichs lang­fris­tigen Schaden zufügen.

Fazit

Der offene Brief von mehr als 360 Fach­leuten macht deut­lich, wie sehr der Pfer­de­renn­sport mit dem gesamten briti­schen Leben verflochten ist – wirt­schaft­lich, sozial und kultu­rell. Die Bitte an den Finanz­mi­nister spie­gelt nicht nur das Bestreben einer Branche wider, sich selbst zu erhalten, sondern auch das einer Gemein­schaft, die sich für den Schutz von Lebens­grund­lagen, lokalen Wirt­schafts­zweigen und einer jahr­hun­der­te­alten Sport­tra­di­tion einsetzt. Ob das Finanz­mi­nis­te­rium mit Vorsicht und Konsul­ta­tionen reagieren wird, bleibt abzu­warten, aber für die Zukunft des briti­schen Pfer­de­renn­sports könnte die Lage nicht ernster sein.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Vorschlag zur Fern­wett- und Glücks­spiel­steuer?
Es handelt sich um einen Plan des Finanz­mi­nis­te­riums, die Wett- und Glücks­spiel­steuern zu einer einzigen harmo­ni­sierten Steuer zusam­men­zu­fassen, wodurch die Wetten mögli­cher­weise an den von Onli­ne­ca­sinos gezahlten Satz von 21 % ange­gli­chen werden.

Warum lehnen die Akteure des Pfer­de­renn­sports den Vorschlag ab?
Sie argu­men­tieren, dass er die bereits von den Buch­ma­chern gezahlte Abgabe von 10 % außer Acht lässt und damit eine Doppel­be­steue­rung und eine Verrin­ge­rung der Finanz­mittel für den Sport riskiert.

Wie viel trägt der Pfer­de­renn­sport zur briti­schen Wirt­schaft bei?
Der Sport trägt jähr­lich rund 4,1 Milli­arden Pfund bei, sichert 85.000 Arbeits­plätze und gene­riert über 300 Millionen Pfund an Steu­er­ein­nahmen.

Welche finan­zi­ellen Verluste sind durch die Steu­er­än­de­rung zu erwarten?
Schät­zungen der Branche gehen von Verlusten in Höhe von 66 Millionen Pfund pro Jahr bei einem Steu­er­satz von 21 % aus, die bei höheren Steu­er­sätzen auf 160 Millionen Pfund und 2.000 Stel­len­strei­chungen ansteigen würden.

Wer hat den offenen Brief unter­zeichnet?
Mehr als 360 Fach­leute aus dem Renn­sport, darunter Trainer, Jockeys, Renn­bahn­be­amte und andere wich­tige Persön­lich­keiten der Branche.

Wie wären länd­liche Gemeinden betroffen?
Länd­liche Gebiete sind in hohem Maße auf den Pfer­de­renn­sport als Arbeit­geber und für ihre wirt­schaft­liche Stabi­lität ange­wiesen; Steu­er­erhö­hungen könnten diesen Gemeinden erheb­li­chen Schaden zufügen.

Lehnt die Branche jede Steu­er­re­form ab?
Nein, sie fordert einen ausge­wo­genen, evidenz­ba­sierten Ansatz, der die einzig­ar­tige Rolle des Renn­sports und sein Abga­ben­system berück­sich­tigt.

Was ist die Kampagne #AxeTheRa­cin­gTax?
Eine von der Öffent­lich­keit und der Branche geführte Kampagne, die die Regie­rung dazu auffor­dert, die vorge­schla­gene Steu­er­mi­schung zu strei­chen oder zu über­ar­beiten.

Hat die Regie­rung auf den Brief reagiert?
Bis jetzt hat das Finanz­mi­nis­te­rium den Erhalt bestä­tigt, aber noch keine detail­lierte Rück­mel­dung zu mögli­chen Ände­rungen gegeben.

Was fordert die Branche vom Finanz­mi­nister?
Die Unter­zeichner fordern einen Dialog, Wirkungs­stu­dien und eine maßge­schnei­derte Reform, die Arbeits­plätze, Gemeinden und die lang­fris­tige Nach­hal­tig­keit des briti­schen Pfer­de­renn­sports schützt.

Claire
Claire
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