ATG beschul­digt Veik­kaus unlau­terer Markt­prak­tiken

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Während Finn­land sich darauf vorbe­reitet, im Januar 2027 von einem staat­li­chen Glücks­spiel­mo­nopol zu einem Modell mit mehreren Lizenzen über­zu­gehen, streiten sich die wich­tigsten Akteure der Branche bereits über die zukünf­tige Dynamik dieses neu libe­ra­li­sierten Marktes. In einem bemer­kens­werten und poten­ziell umstrit­tenen Schritt hat das renom­mierte schwe­di­sche Pfer­de­renn- und Wett­un­ter­nehmen AB Trav och Galopp (ATG) Vorwürfe gegen den staat­li­chen finni­schen Glücks­spiel­an­bieter Veik­kaus erhoben und behauptet, dieser verhalte sich in einer Weise, die den fairen Wett­be­werb unter­grabe. Sollten sich diese Behaup­tungen als wahr erweisen, könnte dies schwer­wie­gende Auswir­kungen auf die Pläne der finni­schen Regie­rung haben, einen regu­lierten, offenen und fairen Glücks­spiel­markt einzu­führen.

In einer ausführ­li­chen öffent­li­chen Erklä­rung hat ATG behauptet, dass Veik­kaus seine derzei­tige Mono­pol­stel­lung ausnutzt, um sich vor der für den 1. Januar 2027 geplanten Entmo­no­po­li­sie­rung eine privi­le­gierte Posi­tion zu sichern. Zu diesen Maßnahmen gehören laut ATG Versuche, lang­fris­tige Exklu­siv­part­ner­schaften zu schließen und die Nutzer­basis stra­te­gisch auf Unter­nehmen zu verla­gern, die mögli­cher­weise zukünf­tige Lizenzen erhalten – was den fairen Markt­zu­gang für neue Markt­teil­nehmer unter­graben könnte.

Der Hinter­grund: Finn­lands Über­gang vom Monopol zum offenen Markt

Derzeit unter­hält Finn­land ein legales Glücks­spiel­mo­nopol, wobei Veik­kaus als einziger lizen­zierter Anbieter von Glücks­spiel­dienst­leis­tungen im ganzen Land tätig ist. Dieses System soll sich nach zuneh­mendem Druck seitens der Euro­päi­schen Union und interner Bran­chen­ak­teure, die sich für eine fairere und wett­be­werbs­fä­hi­gere Markt­struktur einsetzen, ändern.

Am 1. Januar 2027 will Finn­land einen neuen Rahmen für Glücks­spiel­li­zenzen einführen. Diese Reform soll es auslän­di­schen und inlän­di­schen Anbie­tern ermög­li­chen, Lizenzen zu bean­tragen und in einem regu­lierten Umfeld mit mehreren Lizenzen tätig zu sein. Ziel der Reform ist es, Offshore-Glücks­spiele zu redu­zieren, den Verbrau­cher­schutz zu verbes­sern und die Trans­pa­renz in der gesamten Branche zu erhöhen.

Der Über­gangs­pro­zess verläuft jedoch alles andere als reibungslos, zumal Veik­kaus wegen seines Verhal­tens in der Zeit vor der Reform unter genauer Beob­ach­tung steht.

Vorwürfe von ATG: Bevor­zugte Posi­tio­nie­rung und gebro­chene Part­ner­schaften

ATG hat mehrere Bedenken hinsicht­lich der Maßnahmen von Veik­kaus im Vorfeld der Markt­li­be­ra­li­sie­rung geäu­ßert. Vor allem behauptet ATG, dass Veik­kaus eine 15-jährige Part­ner­schaft beendet habe, die zuvor den gegen­sei­tigen Zugang zu Pfer­de­renn­in­halten zwischen Finn­land und Schweden ermög­licht habe. Diese Entschei­dung, so ATG, habe den finni­schen Zugang zu schwe­di­schen Pfer­de­renn­in­halten und umge­kehrt direkt blockiert, wodurch beide Märkte unnötig isoliert und die Auswahl­mög­lich­keiten für Verbrau­cher einge­schränkt worden seien.

ATG behauptet, dass die Kündi­gung durch die Weige­rung von ATG ausge­löst wurde, einem neuen lang­fris­tigen Vertrag bis 2030 zuzu­stimmen – weit über das Libe­ra­li­sie­rungs­datum 2027 hinaus. Der schwe­di­sche Betreiber argu­men­tiert, dass die Zustim­mung zu solchen Bedin­gungen seine Geschäfts­tä­tig­keit effektiv an Veik­kaus unter einem veral­teten mono­po­lis­ti­schen Rahmen binden und seine Wett­be­werbs­po­si­tion auf dem bevor­ste­henden offenen Markt unter­graben würde.

Der schwe­di­sche Betreiber behauptet außerdem, dass Veik­kaus aktiv lang­fris­tige Exklu­siv­ver­träge mit finni­schen Sport­ligen und TV-Produk­ti­ons­firmen abschließen würde. Diese Verträge könnten laut ATG den Zugang der Wett­be­werber zu wich­tigen Inhalten und Marke­ting­mög­lich­keiten nach der Markt­öff­nung effektiv einschränken und damit die Markt­be­herr­schung von Veik­kaus nach dem Ende des Mono­pols festigen.

Angeb­liche Kunden­ab­wan­de­rungs­stra­tegie

Die viel­leicht schwer­wie­gendste Anschul­di­gung von ATG ist, dass Veik­kaus plant, einen großen Teil seiner Kunden­basis – angeb­lich rund eine Million regis­trierte Nutzer – von seinem Mono­pol­ge­schäft auf eine neue Unter­neh­mens­struktur zu über­tragen, die eine Lizenz unter dem Regime nach 2027 bean­tragen würde.

Während ein solcher Schritt als normale Stra­tegie zur Aufrecht­erhal­tung des Geschäfts­be­triebs erscheinen mag, behauptet ATG, dass dies einen unfairen Versuch darstellen könnte, den Markt­öff­nungs­pro­zess zu umgehen. Die Sorge ist, dass Veik­kaus durch die Über­tra­gung seines Kunden­stamms aus der Mono­pol­zeit auf ein neu lizen­ziertes Unter­nehmen einen unge­recht­fer­tigten Wett­be­werbs­vor­teil genießen könnte, indem es die Vorteile seines früheren Mono­pols in einen vermeint­lich fairen Wett­be­werb mitnimmt.

ATG fordert die Regu­lie­rungs­be­hörden und Gesetz­geber in Finn­land und der Euro­päi­schen Union auf, zu unter­su­chen, ob solche Über­tra­gungen nach dem Wett­be­werbs­recht zulässig sind und ob sie das grund­le­gende Ziel der Schaf­fung eines wirk­lich wett­be­werbs­ori­en­tierten Marktes gefährden.

Recht­li­cher Hinter­grund und jüngste Durch­set­zungs­maß­nahmen

Diese Vorwürfe kommen kurz nachdem Veik­kaus im November 2024 von den finni­schen Behörden wegen Verstößen gegen Werbe­be­schrän­kungen mit einer Geld­strafe von 2,9 Millionen Euro belegt wurde. Das Unter­nehmen hatte Berichten zufolge die gesetz­li­chen Grenzen für die Vermark­tung seiner Dienst­leis­tungen über­schritten, ein Fehl­tritt, der das Vertrauen der Öffent­lich­keit in seine Fähig­keit, den Über­gang zu einem Mehr­fach­li­zenz­system verant­wor­tungs­voll zu bewäl­tigen, weiter unter­graben könnte.

Ange­sichts der zuneh­menden regu­la­to­ri­schen Kontrolle und der bevor­ste­henden Umstruk­tu­rie­rung des finni­schen Glücks­spiel­sek­tors hat Veik­kaus Jyri Lassi zum neuen General Counsel ernannt. Diese Ernen­nung wird weithin als Teil einer umfas­senden Über­ar­bei­tung der Rechts- und Compli­ance-Abtei­lung inter­pre­tiert, die sicher­stellen soll, dass das Unter­nehmen den sich entwi­ckelnden Stan­dards entspricht. Kritiker argu­men­tieren jedoch, dass das jüngste Verhalten darauf hindeutet, dass das Unter­nehmen weiterhin seine insti­tu­tio­nellen Vorteile nutzt, um die zukünf­tige Wett­be­werbs­land­schaft zu seinen Gunsten zu gestalten.

Weiter­rei­chende Auswir­kungen auf den finni­schen Glücks­spiel­markt

Wenn die Vorwürfe von ATG zutref­fend sind und durch eine behörd­liche Über­prü­fung bestä­tigt werden, könnten sie die Legi­ti­mität des finni­schen Lizenz­über­gangs­pro­zesses grund­le­gend in Frage stellen. Das Ziel der Reform ist es, gleiche Chancen für alle quali­fi­zierten Betreiber zu schaffen, aber die stra­te­gi­sche Vorpo­si­tio­nie­rung des etablierten staat­li­chen Mono­pols könnte diese Ziele verei­teln.

Bran­chen­be­ob­achter warnen seit langem, dass die Abschaf­fung fest­ge­fah­rener Mono­pol­sys­teme eine sorg­fäl­tige Aufsicht erfor­dert. Selbst wenn neue Gesetze in Kraft treten, bleiben alte Macht­struk­turen oft bestehen, sofern sie nicht ausdrück­lich ange­gangen werden. Exklu­sive Verträge und präven­tive Markt­ma­növer sind gängige Instru­mente, mit denen ehema­lige Mono­pole ihre Domi­nanz unter neuen regu­la­to­ri­schen Rahmen­be­din­gungen aufrecht­erhalten.

Ein grenz­über­schrei­tendes regu­la­to­ri­sches Problem

Der grenz­über­schrei­tende Charakter dieses Streits verkom­pli­ziert die Ange­le­gen­heit zusätz­lich. Schweden und Finn­land, beide EU-Mitglied­staaten, sind an Binnen­markt­vor­schriften gebunden, die wett­be­werbs­wid­riges Verhalten verbieten und die Gleich­be­hand­lung von Dienst­leis­tern in allen Mitglied­staaten vorschreiben. Die Forde­rungen von ATG könnten mögli­cher­weise zu einer Beschwerde nach EU-Wett­be­werbs­recht führen, wenn sie nicht auf natio­naler Ebene gelöst werden.

Es bleibt unklar, ob ATG beab­sich­tigt, eine offi­zi­elle Beschwerde bei den finni­schen Wett­be­werbs­be­hörden einzu­rei­chen oder die Ange­le­gen­heit auf Ebene der Euro­päi­schen Kommis­sion weiter­zu­ver­folgen. Das Unter­nehmen hat jedoch seine Absicht bekundet, die Situa­tion weiterhin genau zu beob­achten und gege­be­nen­falls recht­liche Schritte einzu­leiten.

Die wach­sende Besorgnis über nicht lizen­ziertes Glücks­spiel

Unab­hängig davon hat ATG auch auf das anhal­tende Problem des nicht lizen­zierten Glücks­spiels in Schweden aufmerksam gemacht. In seinem Bericht für das erste Quartal 2025 hob der Betreiber das wach­sende Volumen von Offshore-Wetten und die Heraus­for­de­rungen hervor, denen die Regu­lie­rungs­be­hörden bei der Eindäm­mung ille­galer Markt­ak­ti­vi­täten gegen­über­stehen. Diese Bedenken spie­geln sich auch in Finn­land wider, wo ähnliche Schwie­rig­keiten bei der Durch­set­zung zu erwarten sind, wenn der neue Rechts­rahmen nicht sorg­fältig umge­setzt wird.

ATG warnt davor, dass legi­time Betreiber ohne faire Wett­be­werbs­be­din­gungen und trans­pa­rente Lizenz­ver­ga­be­ver­fahren davon abge­halten werden könnten, in den finni­schen Markt einzu­treten, wodurch die Spieler zu unre­gu­lierten Alter­na­tiven gedrängt würden. Dies könnte die Ziele des Verbrau­cher­schutzes gefährden und die finan­zi­ellen Erträge schmä­lern, die die Regie­rung aus dem Lizen­zie­rungs­pro­zess erwartet.

Fazit

Der Streit zwischen ATG und Veik­kaus verdeut­licht die Komple­xität und poli­ti­sche Brisanz des Über­gangs von einem Monopol zu einem Glücks­spiel­system mit mehreren Lizenzen. Dies ist nicht nur ein Test für das unter­neh­me­ri­sche Verhalten von Veik­kaus, sondern auch für die Fähig­keit der finni­schen Regie­rung, eine faire und glaub­wür­dige Reform durch­zu­führen.

Mit Blick auf das Jahr 2027 müssen die finni­schen Behörden sicher­stellen, dass ihre Regu­lie­rungs­struk­turen einen offenen Wett­be­werb fördern und gleich­zeitig die Verbrau­cher schützen. Vorwürfe wett­be­werbs­wid­rigen Verhal­tens müssen schnell und trans­pa­rent behan­delt werden, nicht nur um das Vertrauen der Inter­es­sen­gruppen zu erhalten, sondern auch um den Verpflich­tungen Finn­lands gemäß euro­päi­schem Recht nach­zu­kommen.

Ob die Warnungen von ATG als Weckruf oder als frühes Anzei­chen für ein syste­mi­sches Versagen dienen, hängt davon ab, wie Regu­lie­rungs­be­hörden und Gesetz­geber darauf reagieren. Klar ist jedoch, dass für Unter­nehmen, Verbrau­cher und die Inte­grität des finni­schen Glücks­spiel­marktes außer­or­dent­lich viel auf dem Spiel steht.

FAQs

Wie sieht die aktu­elle Struktur des finni­schen Glücks­spiel­marktes aus?
Finn­land arbeitet nach einem gesetz­li­chen Mono­pol­mo­dell, wobei Veik­kaus der einzige lizen­zierte Glücks­spiel­an­bieter im Land ist.

Wann wird Finn­land seinen Glücks­spiel­markt libe­ra­li­sieren?
Finn­land plant, seinen Glücks­spiel­markt am 1. Januar 2027 für lizen­zierte Wett­be­werber zu öffnen.

Was ist der Haupt­vor­wurf von ATG gegen Veik­kaus?
ATG behauptet, Veik­kaus miss­brauche seine Mono­pol­stel­lung, um sich vor der Markt­öff­nung einen unfairen Vorteil zu verschaffen, indem es Exklu­siv­ver­träge abschließt und Kunden abwirbt.

Warum hat Veik­kaus seine Part­ner­schaft mit ATG beendet?
Laut ATG hat Veik­kaus die Part­ner­schaft im Bereich Pfer­de­rennen beendet, weil ATG sich gewei­gert hat, einen lang­fris­tigen Vertrag bis 2030 zu unter­zeichnen.

Welche Risiken birgt die Über­tra­gung von Kunden durch Veik­kaus auf ein neues Unter­nehmen?
Solche Über­tra­gungen könnten Veik­kaus einen Wett­be­werbs­vor­teil verschaffen, da es seinen Kunden­stamm aus der Mono­pol­zeit in den neuen regu­lierten Markt über­tragen würde.

Wurde Veik­kaus kürz­lich mit regu­la­to­ri­schen Strafen belegt?
Ja, Veik­kaus wurde im November 2024 wegen Verstößen gegen Werbe­be­schrän­kungen mit einer Geld­strafe von 2,9 Millionen Euro belegt.

Wer ist Jyri Lassi?
Jyri Lassi ist der neu ernannte General Counsel bei Veik­kaus, der wahr­schein­lich hinzu­ge­zogen wurde, um das Unter­nehmen durch die Rechts­re­formen zu begleiten.

Was sind die Bedenken hinsicht­lich des unli­zen­zierten Glücks­spiels in Schweden?
Der Bericht von ATG für das erste Quartal zeigt, dass nicht lizen­ziertes Glücks­spiel in Schweden nach wie vor weit verbreitet ist und Risiken für den Verbrau­cher­schutz und die recht­liche Aufsicht mit sich bringt.

Kann dieser Streit Auswir­kungen auf das EU-Wett­be­werbs­recht haben?
Ja, wenn die Ange­le­gen­heit nicht geklärt wird, könnte sie als poten­zi­eller Verstoß gegen die Binnen­markt­vor­schriften vor die Euro­päi­sche Kommis­sion gebracht werden.

Was bedeutet dies für andere Glücks­spiel­an­bieter in Finn­land?
Die Situa­tion könnte neue Markt­teil­nehmer abschre­cken, es sei denn, die finni­sche Regie­rung sorgt für gleiche Wett­be­werbs­be­din­gungen und verhin­dert wett­be­werbs­wid­riges Verhalten.

Lisa
Lisa
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