Euro­päi­sche Betreiber unter­stützen EN 18144 für sicheren Spie­ler­schutz

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Die euro­päi­sche Glücks­spiel­branche hat mit der Veröf­fent­li­chung der EN 18144, einer neuen frei­wil­ligen euro­päi­schen Norm, die Betrei­bern helfen soll, Anzei­chen für poten­ziell schäd­li­ches Spiel­ver­halten zu erkennen, einen bedeu­tenden Schritt zur Stär­kung verant­wor­tungs­be­wusster Spiel­prak­tiken getan.

Die Norm, die am 31. Mai 2026 über die natio­nalen Normungs­gre­mien des Euro­päi­schen Komi­tees für Normung (CEN) veröf­fent­licht wurde, führt einen gemein­samen Rahmen ein, anhand dessen Glücks­spiel­an­bieter Verhal­tens­muster erkennen können, die mit spiel­be­zo­genen Risiken verbunden sind. Vertreter der Branche haben diese Entwick­lung als wich­tigen Meilen­stein in den laufenden Bemü­hungen zur Verbes­se­rung des Spie­ler­schutzes in ganz Europa bezeichnet.

Die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion (EGBA), die eine zentrale Rolle bei der Ausar­bei­tung des Rahmens spielte, hat die Veröf­fent­li­chung der Norm begrüßt und Betreiber in ganz Europa dazu ermu­tigt, die Über­nahme ihrer Grund­sätze in Betracht zu ziehen.

Ein gemein­samer euro­päi­scher Rahmen für den Spie­ler­schutz

Die Einfüh­rung der Norm EN 18144 ist ein Versuch, mehr Einheit­lich­keit bei der Art und Weise zu schaffen, wie Glücks­spiel­an­bieter die Akti­vi­täten der Spieler über­wa­chen und auf Anzei­chen poten­zi­eller Schäden reagieren.

Während die Regu­lie­rung des Glücks­spiels weiterhin in der Verant­wor­tung der einzelnen euro­päi­schen Länder liegt, bietet der neue Rahmen einen gemein­samen Bezugs­punkt, den Anbieter frei­willig über mehrere Rechts­ord­nungen hinweg anwenden können. Anstatt natio­nale Gesetze oder regu­la­to­ri­sche Anfor­de­rungen zu ersetzen, soll die Norm bestehende Rahmen­be­din­gungen ergänzen und bereits bestehende Initia­tiven für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen unter­stützen.

Gemäß dem Rahmen­werk können Betreiber eine Reihe von Verhal­tens­in­di­ka­toren nutzen, um Muster zu iden­ti­fi­zieren, die auf ein erhöhtes spiel­be­zo­genes Risiko hindeuten könnten. Ziel ist es, früh­zeitig einzu­greifen und gege­be­nen­falls zusätz­liche Unter­stüt­zungs­maß­nahmen anzu­bieten.

Bran­chen­be­ob­achter stellen fest, dass die Glücks­spiel­märkte in ganz Europa im Laufe der Jahre unter­schied­liche Ansätze für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen entwi­ckelt haben. Daher könnte die Veröf­fent­li­chung einer gemein­samen frei­wil­ligen Norm dazu beitragen, eine größere Über­ein­stim­mung unter den Betrei­bern zu schaffen, die in mehreren Ländern tätig sind.

Neun Verhal­tens­in­di­ka­toren einge­führt

Ein zentrales Merkmal der EN 18144 ist die Einfüh­rung von neun Verhal­tens­in­di­ka­toren, die Betreiber bei der Bewer­tung poten­zi­eller Anzei­chen für spiel­be­dingte Schäden beob­achten können.

Diese Indi­ka­toren basieren auf Unter­su­chungen zum Spiel­ver­halten und sollen prak­ti­sche Anhalts­punkte liefern, die Betrei­bern dabei helfen, Muster zu erkennen, die mögli­cher­weise weiterer Aufmerk­sam­keit bedürfen.

Zu den Berei­chen, die von dem Rahmen­werk abge­deckt werden, gehören:

  • Verän­de­rungen im Einsatz­vo­lumen
  • Häufig­keit von Einzah­lungen
  • Dauer der Spiel­sit­zungen
  • Spiel­muster im Zeit­ver­lauf
  • Nutzung von Instru­menten für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen
  • Selbst­aus­schluss­maß­nahmen
  • Sons­tige Verhal­tens­in­di­ka­toren, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind

Das Rahmen­werk zielt darauf ab, einen struk­tu­rierten Ansatz zur Risi­ko­er­ken­nung zu bieten und den Betrei­bern gleich­zeitig Flexi­bi­lität bei der Umset­zung von Über­wa­chungs­sys­temen in ihren eigenen Betriebs­um­ge­bungen zu gewähren.

Wichtig ist, dass der Stan­dard aner­kennt, dass sich die regu­la­to­ri­schen Anfor­de­rungen je nach Rechts­raum unter­scheiden. Wenn ein bestimmter Verhal­tens­in­di­kator im Wider­spruch zu natio­nalen Gesetzen oder regu­la­to­ri­schen Leit­li­nien steht, wird von den Betrei­bern erwartet, dass sie die lokalen gesetz­li­chen Anfor­de­rungen befolgen.

Durch diesen Ansatz fungiert der Stan­dard eher als unter­stüt­zender Rahmen als als regu­la­to­ri­sche Vorgabe.

Entwick­lung der Norm EN 18144

Die Veröf­fent­li­chung der Norm EN 18144 ist das Ergebnis mehr­jäh­riger Konsul­ta­tionen und Entwick­lungs­ar­beiten, an denen Akteure der Branche und Normungs­gre­mien betei­ligt waren.

Die EGBA schlug die Entwick­lung einer euro­päi­schen Norm erst­mals im Jahr 2022 vor, als Teil ihrer umfas­sen­deren Stra­tegie zur Förde­rung sicherer Glücks­spiel­prak­tiken auf dem gesamten Konti­nent. Der Vorschlag zielte darauf ab, eine gemein­same Methodik zur Erken­nung poten­ziell schäd­li­chen Glücks­spiel­ver­hal­tens zu etablieren und dabei die Viel­falt der natio­nalen Regu­lie­rungs­sys­teme zu berück­sich­tigen.

Nach einem umfas­senden Über­prü­fungs­pro­zess stimmten die natio­nalen Normungs­gre­mien in ganz Europa im Oktober 2025 über den Vorschlag ab. Nach Angaben der EGBA fand die Initia­tive über­wäl­ti­gende Unter­stüt­zung, was den Weg für die Erstel­lung der endgül­tigen Norm ebnete.

Das fertige Regel­werk wurde am 31. Mai 2026 offi­ziell veröf­fent­licht und markierte den Höhe­punkt einer mehr­jäh­rigen Zusam­men­ar­beit.

Befür­worter der Initia­tive sind der Ansicht, dass gemein­same Stan­dards dazu beitragen können, die Einheit­lich­keit in der Branche zu verbes­sern und gleich­zeitig die Einfüh­rung evidenz­ba­sierter Ansätze zum Spie­ler­schutz zu fördern.

EGBA begrüßt die Veröf­fent­li­chung

Die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion hat die Veröf­fent­li­chung der EN 18144 als bedeu­tenden Fort­schritt für die Bemü­hungen um verant­wor­tungs­be­wusstes Glücks­spiel in ganz Europa bezeichnet.

Der Verband erklärte, dass das Rahmen­werk den Betrei­bern ein prak­ti­sches Instru­ment an die Hand gibt, das zur früh­zei­ti­geren Erken­nung poten­ziell risi­ko­rei­chen Spiel­ver­hal­tens beitragen kann. Er hob zudem die poten­zi­ellen Vorteile einer stär­keren Anglei­chung unter den Betrei­bern hervor, die in mehreren euro­päi­schen Märkten tätig sind.

Maarten Haijer, Gene­ral­se­kretär der EGBA, kommen­tierte die Veröf­fent­li­chung der Norm wie folgt:

„Dies ist ein wich­tiger Meilen­stein für den Spie­ler­schutz in Europa. Wenn dieser frei­wil­lige Stan­dard flächen­de­ckend über­nommen wird, wird er zu einer früh­zei­ti­geren Erken­nung von risi­ko­rei­chem Spiel­ver­halten und letzt­lich zu einem besseren Schutz der Spieler führen. Unsere Mitglieder sind bei der Umset­zung ihrer Zeit voraus – sie wenden bereits viele Aspekte des Stan­dards an und setzen sich für eine Harmo­ni­sie­rung ihrer euro­päi­schen Akti­vi­täten ein. Wir ermu­tigen andere Betreiber, den Stan­dard zu über­nehmen und dazu beizu­tragen, die Mess­latte für den Spie­ler­schutz in ganz Europa höher zu legen.“

Seine Äuße­rungen spie­geln die Ansicht des Verbandes wider, dass gemein­same Stan­dards wirk­sa­mere Maßnahmen für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen unter­stützen können, während gleich­zeitig Flexi­bi­lität für Betreiber und Regu­lie­rungs­be­hörden gewahrt bleibt.

Bestehende Umset­zung bei den EGBA-Mitglie­dern

Laut EGBA haben viele ihrer Mitglieds­un­ter­nehmen bereits Prak­tiken einge­führt, die mit den in EN 18144 enthal­tenen Grund­sätzen im Einklang stehen.

Der Verband erklärte, dass die meisten Mitglieds­be­treiber derzeit alle neun im Rahmen­werk enthal­tenen Verhal­tens­in­di­ka­toren über­wa­chen. In vielen Fällen wurden diese Maßnahmen bereits in Spie­ler­schutz­sys­teme und Programme für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen inte­griert.

Dieser bestehende Umset­zungs­stand könnte dazu beitragen, eine brei­tere Akzep­tanz des Stan­dards bei Betrei­bern zu fördern, die bereits mit ähnli­chen Über­wa­chungs­an­sätzen vertraut sind.

Gleich­zeitig räumte die EGBA ein, dass die Umset­zung aufgrund unter­schied­li­cher natio­naler Vorschriften von Land zu Land vari­ieren kann. Bestimmte Verhal­tens­in­di­ka­toren sind mögli­cher­weise nicht in allen Märkten anwendbar, insbe­son­dere dort, wo lokale gesetz­liche Anfor­de­rungen andere Verpflich­tungen oder Einschrän­kungen vorschreiben.

Daher müssen Betreiber, die das Rahmen­werk über­nehmen, sicher­stellen, dass jede Umset­zung voll­ständig mit den geltenden natio­nalen Gesetzen und regu­la­to­ri­schen Erwar­tungen im Einklang steht.

Mögliche Auswir­kungen auf den euro­päi­schen Glücks­spiel­sektor

Die Veröf­fent­li­chung der EN 18144 erfolgt zu einem Zeit­punkt, an dem verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen weiterhin große Aufmerk­sam­keit von Regu­lie­rungs­be­hörden, poli­ti­schen Entschei­dungs­trä­gern und Bran­chen­ak­teuren in ganz Europa erhält.

Viele Länder haben in den letzten Jahren stren­gere Verbrau­cher­schutz­maß­nahmen einge­führt, darunter verschärfte Über­wa­chungs­an­for­de­rungen, Finanz­kraft­prü­fungen und erwei­terte Instru­mente für verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen.

Vor diesem Hinter­grund kann die EN 18144 als nütz­li­cher Bezugs­punkt für Betreiber dienen, die ihre Spie­ler­schutz­pro­gramme stärken und gleich­zeitig die Konsis­tenz über verschie­dene Märkte hinweg gewähr­leisten möchten.

Da die Norm frei­willig ist, werden ihre lang­fris­tigen Auswir­kungen weit­ge­hend davon abhängen, inwie­weit Betreiber sich dafür entscheiden, ihre Empfeh­lungen zu über­nehmen und umzu­setzen. Bran­chen­ver­bände sind der Ansicht, dass eine brei­tere Anwen­dung zu einem einheit­li­cheren Ansatz bei der Erken­nung von Glücks­spiel­ri­siken und der Unter­stüt­zung gefähr­deter Spieler beitragen könnte.

Fazit

Die Veröf­fent­li­chung der Norm EN 18144 stellt einen wich­tigen Meilen­stein in der Entwick­lung von Stan­dards für verant­wor­tungs­be­wusstes Glücks­spiel in ganz Europa dar. Durch die Einfüh­rung eines gemein­samen frei­wil­ligen Rahmens zur Erken­nung von Verhal­tens­in­di­ka­toren, die mit spiel­be­dingten Schäden in Verbin­dung stehen, zielt die Norm darauf ab, eine früh­zei­ti­gere Risi­ko­er­ken­nung zu unter­stützen und die Bemü­hungen zum Schutz der Spieler zu stärken.

Zwar werden Glücks­spiel­ak­ti­vi­täten in den einzelnen Ländern weiterhin durch natio­nale Vorschriften gere­gelt, doch bietet der Rahmen den Betrei­bern einen gemein­samen Bezugs­punkt, der die Einheit­lich­keit fördert und die Einfüh­rung evidenz­ba­sierter Prak­tiken begüns­tigt. Die Unter­stüt­zung durch die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion und ihre Mitglieder unter­streicht den wach­senden Fokus der Branche auf verant­wor­tungs­be­wusstes Spielen und Verbrau­cher­schutz.

Da immer mehr Betreiber den Rahmen bewerten und dessen Umset­zung in Betracht ziehen, hat die EN 18144 das Poten­zial, zu einem weithin aner­kannten Maßstab für siche­rere Glücks­spiel­prak­tiken auf dem gesamten euro­päi­schen Markt zu werden. Ihr Erfolg wird letzt­lich von der frei­wil­ligen Über­nahme, der Verein­bar­keit mit den Vorschriften und dem anhal­tenden Enga­ge­ment der Branche für den Schutz der Spieler bei gleich­zei­tiger Aufrecht­erhal­tung eines nach­hal­tigen und verant­wor­tungs­vollen Betriebs abhängen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist EN 18144?
EN 18144 ist eine frei­wil­lige euro­päi­sche Norm, die einen Rahmen für die Iden­ti­fi­zie­rung von Verhal­tens­in­di­ka­toren bietet, die mit poten­zi­ellen spiel­be­dingten Schäden in Verbin­dung stehen.

Wer hat die Norm EN 18144 entwi­ckelt?
Die Norm wurde im Rahmen des von CEN koor­di­nierten euro­päi­schen Normungs­pro­zesses auf der Grund­lage eines Vorschlags entwi­ckelt, den die Euro­pean Gaming and Betting Asso­cia­tion im Jahr 2022 einge­reicht hatte.

Ist die EN 18144 für Betreiber gesetz­lich verbind­lich?
Nein. Die Norm ist frei­willig und soll bestehende natio­nale Vorschriften ergänzen, nicht ersetzen.

Was ist der Haupt­zweck der EN 18144?
Ihr vorran­giges Ziel ist es, Glücks­spiel­an­bie­tern dabei zu helfen, poten­ziell riskantes Spiel­ver­halten früher zu erkennen und Maßnahmen zum Spie­ler­schutz zu verbes­sern.

Wie viele Verhal­tens­in­di­ka­toren sind in dem Rahmen­werk enthalten?
Die Norm umfasst neun Verhal­tens­in­di­ka­toren, die Betreiber bei der Über­wa­chung der Spie­ler­ak­ti­vi­täten nutzen können.

Ersetzt die EN 18144 natio­nale Glücks­spiel­vor­schriften?
Nein. Natio­nale Gesetze und regu­la­to­ri­sche Anfor­de­rungen haben in jeder Rechts­ord­nung weiterhin Vorrang.

Welche Rolle spielte die EGBA bei dem Projekt?
Die EGBA schlug die Erstel­lung der Norm vor und unter­stützte deren Entwick­lung im Rahmen des euro­päi­schen Normungs­pro­zesses.

Nutzen EGBA-Mitglieder das Rahmen­werk bereits?
Laut EGBA über­wa­chen viele Mitglieds­be­treiber bereits die in der Norm enthal­tenen Verhal­tens­in­di­ka­toren.

Warum ist die früh­zei­tige Erken­nung von Risi­ko­ver­halten wichtig?
Eine früh­zei­tige Erken­nung kann Betrei­bern helfen, geeig­nete Maßnahmen zum Spie­ler­schutz zu ergreifen, bevor Probleme im Zusam­men­hang mit dem Glücks­spiel ernst­hafter werden.

Könnte EN 18144 euro­pa­weit breite Anwen­dung finden?
Bran­chen­ak­teure sind der Ansicht, dass das Rahmen­werk das Poten­zial hat, zu einem wich­tigen Maßstab für verant­wor­tungs­volle Glücks­spiel­prak­tiken zu werden, wenn es von einer breiten Palette von Betrei­bern auf den euro­päi­schen Märkten über­nommen wird.

Paula Nancy
Paula Nancy
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